60 Jahre Automobil Industrie

Preh: 100 Jahre Bediensysteme

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Frühe Bediensystem-Trends

Der Innovationswille spiegelte sich auch in herausragenden Produkten wider. So entwickelte Preh im Jahr 2007 ein „Center Console Concept“, das diverse Bediensystemtrends zeigte, die sich heute in Serienprodukten finden. Unter anderem auch ein Touchpad mit haptischem Feedback. Im Jahr 2015 ging die von Preh weiterentwickelte Aktuator-Technik für Touchpad-Anwendungen im MMI „all-in-touch“-Bediensystem des Audi Q7 in Serie. Wegen der steigenden Zahl an Schaltern im Cockpit suchten die Automobilhersteller neue Lösungen für die Bedienführung, und die Preh-Ingenieure schafften Raum mit Drehstellern, Touchpads und den ersten Entwicklungen für die heute bekannte Black-Panel-Technik. Der Effekt einer homogenen schwarzen Bedienoberfläche bei ausgeschalteter Zündung wurde schrittweise perfektioniert. In Kombination mit Echtglas entwickelte Preh hier eine sogenannte optical bonding-Technologie. Sie sorgt heute für die optimale Black-Panel-Anmutung in der Mittelkonsole des Porsche 918 Spyder.

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Auch mit weiteren sportlichen Highlights kann das Unternehmen auf den internationalen Automobilmessen werben. In der Mittelkonsole des Lamborghini Aventador prangt das HMI von Preh, bei der viele Funktionen intuitiv bedienen werden können. Um den Zwölfzylinder zum Leben zu erwecken, versteckt sich der Startknopf hinter einer roten Abdeckung, deren Design der Luftfahrt entnommen wurde.

Neues Zeitalter China

Im Jahr 2009 brach für Preh nochmals ein neues Zeitalter an. Das Unternehmen eröffnete sein erstes Vertriebsbüro in Shanghai. Das Joint Venture mit dem chinesischen Automobilzulieferer Joyson Electronics aus Ningbo im Jahr 2010 legte den Grundstein für eine neue Partnerschaft. Die Stadt mit rund sechs Millionen Einwohnern liegt rund 250 Kilometer südlich von Shanghai und sollte 2011 die Basis für den nächsten wegweisenden Schritt darstellen: Joyson Electronics mit seinem chinesischen Inhaber Jeff Wang übernahm die Kapitalmehrheit der Preh GmbH. Genau genommen waren es 98,06 Prozent der Anteile. Ungeachtet eines inzwischen durchgeführten Börsengangs verblieb die Mehrheit bei Jeff Wang, während das Preh-Management weiter rund zwei Prozent der Anteile hält. Das soll nicht nur eine langfristige Bindung der erfahrenen Führungsmannschaft garantieren, sondern auch die strategische Zukunft des Unternehmens sicherstellen.

Zusammenarbeit von Preh und Joyson

Jeff Wang ist ein Privatunternehmer, der im Jahr 2004 sein Automotive-Geschäft startete. Am Standort Ningbo fertigt das Unternehmen Kunststoffkomponenten für Motorräume, Wisch-/Waschsysteme, Luftausströmer und Außenspiegel. „Preh unterstützt Joyson Automotive beim Zugang zum europäischen und nordamerikanischen Markt. Es handelt sich um eine klassische Win-Win-Situation“, sagt der Konzernchef. Auch wenn die Branche anfangs skeptisch reagierte, hat sich die Zusammenarbeit für Preh und Joyson in den ersten vier Jahren äußerst positiv entwickelt. Joyson unterstützt die Innovationskraft von Preh durch Investitionen in Standorte, die Entwicklung, Infrastruktur und Mitarbeiter und hat sich zusammen mit dem deutschen Automobilzulieferer einen festen Platz an der Börse gesichert.

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