Feinstaubemissionen

Streetscooter mit Feinstaubfilter

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Thomas Günnel

Wirklich sauber: Der Streetscooter mit Feinstaubfilter soll emissionsfrei unterwegs sein.
Wirklich sauber: Der Streetscooter mit Feinstaubfilter soll emissionsfrei unterwegs sein. (Bild: Benjamin Stollenberg, Mann+Hummel)

Der Filterhersteller Mann+Hummel hat ein Filtersystem vorgestellt, mit dem ein Kleintransporter zum ersten wirklich emissionsfreien Fahrzeug wird: Das System soll Brems- und Reifenabrieb direkt an der Quelle aufnehmen.

Der Ludwigsburger Filterspezialist Mann+Hummel hat einen Partikelfilter entwickelt, der motorunabhängige Feinstaubemissionen auffangen soll. Bekanntlich sondern selbst Fahrzeuge mit Elektroantrieb Reifen-, Brems- und Straßenabrieb ab, sind also nicht emissionsfrei. Durch den Einsatz des Filters soll die Gesamtbilanz des Fahrzeuges im Hinblick auf den Feinstaubausstoß neutral werden – denn der Filter nimmt so viele Staubpartikel auf, wie beim Fahren durch Reifen-, Bremsen- und Straßenabrieb entstehen.

So funktioniert der Filter

Der Feinstaubpartikelfilter ist mit zwei Ventilatoren ausgestattet, die dem Filter Luft aus der Umgebung zuführen. Somit können die Fahrzeuge auch im stehenden Betrieb die Atemluft reinigen. Im Streetscooter wird das Gerät am Unterboden auf Höhe der Hinterachse eingebaut. Dadurch geht kein Laderaum verloren und zudem findet sich genau an diesem Ort die höchste Feinstaubkonzentration in der Fahrzeugumgebung. Der Filter soll 80 Prozent der PM10-Partikel – bis zehn Mikrometer Größe – aus der Luft entfernen. Der Strombedarf liegt mit 300 Watt so niedrig, dass die Reichweite des Elektrotransporters nicht darunter leiden soll.

Die Filtermodule werden zunächst in fünf Streetscooter-Testfahrzeugen verbaut, die ab sofort in deutschen Innenstädten in Dienst gehen. Der elektrisch angetriebene Kleintransporter, der in einem Tochterunternehmen der Deutschen Post entsteht, soll ab nächstem Jahr auch verstärkt externen Kunden angeboten werden. Streetscooter-Chef Achim Kampker teilte auf einer Pressekonferenz von Mann+Hummel in Ludwigsburg mit, dass seine Fahrzeuge künftig serienmäßig mit dem „Feinstaubfresser“ ausgerüstet werden sollen.

OE- und Nachrüstlösungen sind möglich

Mann+Hummel plant, das System zu einem Preis von unter 1.000 Euro anzubieten. Das Filterelement selbst soll unter 100 Euro kosten und ein Jahr oder 20.000 Kilometer halten. Der Feinstaubfresser eignet sich sowohl für die Erstausrüstung als auch für die Nachrüstung, und zwar natürlich nicht nur für E-Autos, sondern prinzipiell für alle Fahrzeuge. Ein typischer Markt könnten städtische Linienbusflotten sein. Werner Spec, Oberbürgermeister von Ludwigsburg, war auf der Pressekonferenz ebenfalls zugegen und kommentierte, das Projekt sei eine „wirksamere und schlauere Maßnahme“ als ein Fahrverbot.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zum Beitrag schreiben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45066134 / Zulieferer)