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IAA Nutzfahrzeuge Studie Vision Van: Der Mercedes von übermorgen

| Autor / Redakteur: SP-X / Wolfgang Sievernich

Daimler hat schon ein sehr klares Bild vom Transporter der Zukunft. Der hat einen Elektroantrieb, wird per Joystick gesteuert, von Robotern beladen und hat zwei Drohnen an Bord.

Daimler hat 200 Mitarbeiter auf die Entwicklung eines künftigen Transporters angesetzt. Die Präsentation der Studie erfolgt auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.
Daimler hat 200 Mitarbeiter auf die Entwicklung eines künftigen Transporters angesetzt. Die Präsentation der Studie erfolgt auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.
(Bild: Daimler )

Ein Lenkrad? Fehlanzeige. Auch Pedale oder Schaltknüppel sind in diesem Auto einfach verschwunden. Wie in der Playstation oder in Airbus-Flugzeugen wird alles per Joystick geregelt, damit sich der Fahrer an seinem Arbeitsplatz frei bewegen kann. Da er oft aus- und wieder einsteigen muss, wird wertvolle und teure Zeit eingespart. So jedenfalls stellt sich Mercedes den Transporter der Zukunft vor, der sogar seine eigenen Lieferdrohnen an Bord hat. Das Konzept-Modell Vision Van soll Mitte des Monats einer der Stars auf der Nutzfahrzeuge-IAA in Hannover werden. Vorab war es jetzt schon in Stuttgart zu bestaunen.

Vom Transporter zum Logistikcenter

„Intelligent, sauber und immer online“, so fasst Volker Mornhinweg, bei Daimler für die Vans verantwortlich, die Eigenschaften des Denkmodells zusammen. Er räumt aber freimütig ein, dass es dabei um den Mercedes-Transporter von übermorgen geht. „Der Vision Van ist ein Logistikcenter auf Rädern“, erklärt er. Weil der Lieferverkehr in den Ballungsräumen immer wichtiger wird, müssen sich auch die Hersteller von kleineren Nutzfahrzeugen anpassen. „Wir werden zum Komplettanbieter“, kündigt Mornhinweg an, „liefern neben dem Fahrzeug auch eine Fülle von Dienstleistungen, Transportlösungen und Möglichkeiten zur Online-Kommunikation."

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Stadtverkehr im Fokus

Der Vision Van fasst viele dieser Ideen zusammen. Natürlich hat er einen reinen Elektroantrieb, da künftig sicher viele Innenstädte nur noch abgasfrei befahren werden dürfen. Er leistet 75 kW/102 PS und verwöhnt mit einer Durchzugskraft von bis zu 270 Newtonmetern. Damit könnte er gut 120 km/h schnell sein. Da er jedoch ausschließlich für den Einsatz im Stadtgebiet gedacht ist, wurde die Spitze auf 80 km/h begrenzt. Aufgeladen wird der Ideenträger entweder per Induktion (wie zum Beispiel ein Wasserkocher) oder auch per Steckdose Die Reichweite pro Batterieladung liegt je nach Version zwischen 80 und 270 Kilometern. Äußerlich ähnelt er der PKW-Studie F015, von der er neben der glatten Außenhaut auch die Frontpartie geerbt hat. Der Unterschied: Der futuristische Transporter ist nicht für das autonome Fahren vorgesehen, das im Kurzstrecken-Verkehr durch das Großstadt-Gewühl nicht wirklich Sinn machen würde.

Alles per Joystick steuern

Das Fahrerhaus hat einen ebenen Boden und wurde weit nach vorne gerückt. Um dem Fahrer zum Beispiel eines Kurierdienstes möglichst viel Bewegungsfreiheit zu bieten, wurde auf all das verzichtet, was heute oft für Enge sorgt. Kein Lenkrad, keine Pedale, kein Schaltknüppel. Der kleine Joystick links vom Fahrer erledigt alles. Hat Airbus mit dem A320 einst die Fly-by-Wire (Fliegen per elektronischer Befehle statt mit Mechanik) erfunden, will Mercedes Vorreiter beim „Drive-by-Wire“ sein. Zum Losfahren muss der Transporter-Fahrer von Übermorgen den Joystick nach hinten ziehen. Dann lenkt er den Van entlang der vorher im Navigationssystem programmierten Route, die per Computer auf Grund der Kundenadressen zuvor errechnet hat. Ferngesteuert wird auch die Betätigung der seitlichen und hinteren Ladetüren. Gleichzeitig wird der Verkehr durch Leuchtsignale gewarnt, dass hier ein Hindernis am Straßenrand im Weg steht. Oder dass gleich eine der Drohnen abheben wird.

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