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Tesla: Johlend zur Gigafactory

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850.000 m² Dachfläche für die Sonnenenergie

Auf den offiziellen Skizzen verraten die Tesla-Manager nur wenig, Nachfragen blocken sie ab. Man sei in der Planungsphase, erklärt der US-amerikanische Pressesprecher. Doch die Zeichnungen sind für Fachleute eine Informationsquelle. Dr. Tom Lombardo, Professor für Elektrotechnik, ist so ein Fachmann, der unserem Schwestermagazin die Erlaubnis erteilt hat, seine Analysen in Deutschland zu publizieren. Zurück zu den Tesla-Bildern: Der Laie macht Solarfelder aus, sieht im Hintergrund Windräder an einem Hang stehen und auch das Dach der Produktionshalle ist mit Solarpanels ausgestattet. Tom Lombardo sieht und weiß mehr. Die Fabrik umfasst rund 930.000 m², berichtet der Wissenschaftler in einem Blogartikel. Musk erklärte auf der Präsentation, dass die Immobilie nach Norden ausgerichtet werde, damit die Solarpanels auf dem Dach die Einstrahlung aus dem Süden aufnehmen könnten. Das sorgt für maximale Energieausbeute, ist sich Lombardo sicher. Doch wie viel Strom braucht Tesla für seine Produktion? Lombardo spekuliert. Er rechnet mit 2.400 MWh pro Tag. Das entspreche dem Verbrauch von 80.000 Haushalten, summiert der Forscher. Doch kann Tesla diese Menge an Energie mit erneuerbaren Formen aufbringen? Lombardo glaubt an den Plan von Musk. Seit der Ankündigung der Planungen rechnet der Wissenschaftler.

Mehr Energie als nötig

Dabei unterscheidet er drei Energiequellen: Sonne, Wind und Geothermie. Dazu kommt die Speicherkapazität von Tesla. Den Anfang macht die Sonnenenergie. Reno kommt auf durchschnittlich fünf Spitzensonnenstunden pro Tag, so Lombardo. Unter der Annahme, Tesla setzt PV-Module mit 20 Prozent Wirkungsgrad (festmontiert) ein und generiert pro Quadratmeter pro Tag eine kWh und nutzt eine Hallendachfläche von 850.000 m², dann könnte das Unternehmen eine Solarproduktion 850 MWh pro Tag aufweisen. Fehlen noch 1.550 MWh. Der Wind könnte helfen. „Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in der Region Reno macht Windenergie eigentlich nicht besonders attraktiv“, erklärt Lombardo. Bei einer Höhe von 150 m liegt die Geschwindigkeit im Durchschnitt nur bei rund 7 m/s. Eine 3-MW-Turbine würde 900 kW bei dieser Windgeschwindigkeit erzeugen. Auf der Tesla-Grafik zählt Lombardo 85 Turbinen. Das würde bedeuten: Durch die Windenergie könnte Tesla täglich rund 1836 MWh produzieren. Doch damit nicht genug. Auch Geothermie will Musk nutzen. In der Region produzieren schon mehrere Anlagen Energie aus der Erde. Das neueste Kraftwerk hat eine Leistung von 20 MW. Der Wissenschaftler rechnet für Tesla mit einer kleinen Anlage, die dann täglich 240 MWh Erdwärme-Strom liefern könnte. Das bedeutet: Der Autobauer kommt auf mehr als 2.900 MWh Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Das sind 20 Prozent mehr als nötig, so Lombardo.

Kann Nikola Tesla den Traum platzen lassen?

„Die Gigafactory ist ein großer Traum, der ein großes Ding werden könnte“, meint der amerikanische Forscher. Doch erneuerbare Energien sind schwerer zu kalkulieren, deshalb braucht Tesla Speicherkapazitäten. Aber wer wäre besser geeignet, Batteriesysteme zu entwickeln? „Teslas Investment könnte auch die Speicher für Solarstrom günstiger machen“, meint Lombardo. Musks Pläne sind ambitioniert. Doch auch Nikola Teslas Ideen waren umstritten. Wenn sich Musk auf seinen Namenspatron verlässt, dann sollte er die Fabrik lieber nicht bauen. Denn Tesla träumte und forschte nach seinen Erfolgen beim Wechselstrom an der sogenannten freien Energie, die kabellos Elektroautos antreiben könnte. Er selber soll schon 1931 in einem umgebauten Auto durch die Vorstädte gedüst sein. Allerdings: die freie Energie gilt heute als Parawissenschaft und ist vor allem bei Verschwörungstheoretikern beliebt.

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