Der chinesische Autohersteller Nio kommt in diesem Jahr mit drei Modellen auf den deutschen Markt. Wir haben die Mittelklasse-Limousine ET5 getestet. Spoiler: Ist gut geworden.
Der Nio ET5 fährt in der Mittelklasse vor – und kann einigen Konkurrenzen zeigen, wo es lang geht.
(Bild: Thomas Günnel/Automobil Industrie)
Nio hat die Limousine ET5 auf den europäischen Markt gebracht. Sie konkurriert hier der Größe nach mit Audi A6 und BMW 5er. Muss sich Nio deswegen sorgen? Nein. Optik, Verarbeitung, Materialanmutung: Alles am ET5 wirkt hochwertig und fühlt sich auch so an. Unterschiede zu europäischen Herstellern: marginal oder nicht wahrnehmbar. Soft-close-Türen und ausfahrende Türgriffe tragen zum guten ersten Eindruck bei. Die Sitze sind sehr gut, beheizt, belüftet und mit Massagefunktion – und selbst mit knapp zwei Metern Körpergröße gab es auch nach stundenlanger Fahrt keine Probleme.
Die Reichweite mit dem großen Akku mit 100 Kilowattstunden Kapazität beträgt realistische 450 Kilometer, mit Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn. Laden lässt sich die Limousine mit bis zu 130 Kilowatt. Optional kann der abonnierte Akku an automatisierten Stationen getauscht werden. Das dauert unter zehn Minuten. Aktuell gibt es in Deutschland sieben davon. Weitere 15 sind laut Nio aber geplant. Bis zum Jahr 2025 sollen sie „in strategisch sehr guten Lagen“ entstehen.
Rakete und Cruiser
Die Fahrwerte des ET5 sind sehr gut. Wenn es sein muss geht es in vier Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Entspannt funktioniert aber auch. Das Fahrwerk ist straff, aber komfortabel genug, um lange Strecken entspannt zurückzulegen. Merkwürdig ist die Einstellung der Lenkung in den unterschiedlichen Modi. „Sport“ führt zu einer recht leichtgängigen Lenkung. Der Modus „Eco“ dazu, dass die Lenkung so straff reagiert, wie wir es uns in „Sport“ wünschen würden. Aufgefallen ist außerdem die Verkehrszeichenerkennung, die nicht immer zuverlässig funktionierte – hier helfen hoffentlich die OTA-Updates, die es geben wird.
Für den Vortrieb sorgen ein 150-kW-Asynchronmotor an der Vorderachse und ein 210-kW-Synchronmotor an der Hinterachse. Gemeinsam leisten sie 360 Kilowatt und haben ein Drehmoment von 700 Newtonmetern.
Lernende Sprachassistenz
Beim Infotainment kommt Nios Sprachassistentin „Nomi“ in Spiel. Der Name leitet sich ab von „Know Me“ – und ist als Hinweis zu verstehen, dass die schwarze Kugel mit Augen mittig auf dem Cockpit mehr kann als gesprochene Befehle entgegenzunehmen und dann das Fenster zu öffnen, die Klimatisierung einzustellen oder den nächsten Musiktitel zu spielen.
Ein sehr natürliches „Guten Abend!“ beim Einsteigen ins Auto und ein Blick aus zwei digitalen Augen in Richtung Fahrer heben die Stimmung vor der Fahrt. Dass wir während des Tests zweimal zurück gegrüßt haben, spricht wohl für die Authentizität des Systems. Den gleichen psychologischen Effekt nutzt Nio für die Fahrerassistenz. Bleibt der Blick während der Fahrt zu lange am großen Display in der Fahrzeugmitte hängen, mahnt Nomi mit einem freundlichen aber bestimmten „Bleiben Sie konzentriert!“.
Wir hatten in der Redaktion schon viele Testautos und kennen das Gepiepse, Geklingel, Vibrieren – all die Aktionen die die Systeme unternehmen, um den Fahrer an seine Fahraufgabe zu erinnern. Alle ließen sich recht gut ignorieren – die Stimme nicht. Ich will doch keinen Ärger mit der KI des Autos. Alle Funktionen sind auch per Touchbefehl steuerbar. Das Menü auf dem großen Display ist verständlich aufgebaut und intuitiv nutzbar.
Künstliche Intelligenz im Cockpit
Klappt mal ein Sprachkommando nicht, kommentiert Nomi: „Das habe ich leider nicht verstanden. Aber ich höre nicht auf zu lernen.“ Das ist der Kern. Künstliche Intelligenz soll dafür sorgen, dass das Auto seinen Nutzer kennenlernt: Benutzerpräferenzen, Einstellungen, Tagesabläufe, Reisemuster. Apropos Gepiepse: Anders als andere asiatische Marken hält Nio sich mit Warnungen vor „gleich könnte etwas passieren“ zurück. Zurückhaltend ist Nio auch bei Ablagen: Ein Handschuhfach gibt es nicht. Dafür eine große Ablage in der Mittelkonsole und ein Fach unter der Armlehne.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Fazit: Ein sehr gelungenes Auto. Viel Platz, ordentliche Fahrwerte, durchdachtes Infotainment – aber eben auch ein Einstiegspreis von 47.500 Euro ohne Akku. Der kostet 12.000 Euro mit 75 Kilowattstunden Kapazität, beziehungsweise 21.000 Euro mit 100 Kilowattstunden. Im Akku-Abo werden 169 Euro beziehungsweise 289 Euro monatlich fällig.