60 Jahre Automobil Industrie

Über 100 Jahre Hella: Einleuchtende Innovationen

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Vom Käfer gerettet

Wie schon ihre Väter standen auch die Söhne Dr. Arnold Hueck und Reinhard Röpke mit ihren Einstiegen Anfang der fünfziger Jahre in das Unternehmen für den Neuanfang der WMI. Mit den Scheinwerfern und Rückleuchten des VW Käfers konnte sich das Unternehmen wieder in die Gewinnzone manövrieren. So entfielen bereits 1950 nahezu 55 Prozent des Umsatzes auf automobile Produkte – Tendenz weiter steigend. Die Wirtschaftswunderjahre der frühen fünfziger und sechziger Jahre standen bei dem Leuchtenspezialisten für eine Reihe an Neuentwicklungen.

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Kunststoffe verdrängen Glas

Thermoplastische Kunststoffe zogen ab 1950 in die Großserienproduktion ein. Die WMI richtete einen eigenen Produktionsbereich für die Kunststoffverarbeitung ein, in dem die Abdeckscheiben der Zusatz- und Kleinleuchten mit präzisen, optisch wirksamen Profilen versehen wurden. Ab 1956 wurde Glas auch bei den Rückstrahlern abgeschafft, was den Automobildesignern bessere Gestaltungsmöglichkeiten lieferte. Bis heute ist die eigene Kunststoffverarbeitung für Hella ein bedeutender Eckpfeiler des Unternehmens. Neben technischen Revolutionen wie der Entwicklung des asymmetrischen Abblendlichts, das für eine bessere Ausleuchtung der eigenen Fahrbahnhälfte sorgte, konnte die WMI auch die Designer begeistern. Die Kunststoffstreuscheiben ermöglichten plötzlich eckige Scheinwerfer wie beim Ford Taunus. Darüber hinaus bauten die Lippstädter auch Lenkstockschalter und Knickspannungsgeber zur Steuerung des Scheibenwischers.

Übernahmen und neue Werke

Während schon in den zwanziger Jahren das Fließband in die Produktion eingezogen war, sollte die Großserienproduktion vor allem in der Nachkriegszeit den Hunger nach neuen Produkten in Rekordzeit stillen. Der Fortschritt und die aufstrebende Wirtschaft führten neben Werkserweiterungen in Lippstadt auch zu Übernahmen und neuen Werken. So folgten Fabriken in Todtnau/Schwarzwald, Paderborn und Hamm-Bockum-Hövel. Im Jahr 1961 baute die WMI ihren ersten Auslandsstandort neben dem neuen Volkswagenwerk in Australien auf.

Mit der Entwicklung des Halogenlichts und Zulassung des ersten H4-Scheinwerfers im Jahr 1971 für den VW Käfer gelang dem Automobilzulieferer ein bedeutender Schritt zum heutigen Weltkonzern. Je mehr Lichtleistung gefragt war, desto größer mussten die Scheinwerfer in der Regel werden – bis die Automobildesigner wieder kleinere forderten. So gelang 1983 mit der Entwicklung des DE-Scheinwerfers eine Technik nach dem Prinzip eines Diaprojektors und mit doppelter Lichtausbeute. 1988 folgte mit der FF-Technik ein weiterer Entwicklungsschritt der Halogentechnik. Eine optimierte Reflektorauslegung ermöglichte kleinere Scheinwerfer mit nochmals erhöhter Lichtleistung. Opel nutzte diese Technik im Coupé Calibra.

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