60 Jahre Automobil Industrie

Über 100 Jahre Hella: Einleuchtende Innovationen

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Aus WMI wird Hella

Unternehmerisch machte der Automobilzulieferer am 1. Juni 1986 von sich reden: Mit der Umfirmierung zur Hella KG Hueck & Co. wurde aus der langjährigen Produktmarke Hella auch der neue Unternehmensname. Doch noch davor wurde das Halogenlicht überholt: 1992 führte Hella in der BMW-Oberklasse die Gasentladungslampe – bekannter als Xenonlampe – ein. Im Vergleich zur bislang verwendeten Halogentechnik überzeugte Xenon mit weißerem Licht und einer deutlich besser ausgeleuchteten Fahrbahn. Nebenbei waren die Xenon-Glaskolben kleiner als die H4-Halogenlampen und benötigten weniger Bauraum.

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„Mit der Xenon-Technologie erfolgte der Einzug der Elektronik in die Scheinwerfer bei Hella. Heute sprechen wir über einen hohen Anteil elektronischer Komponenten – das war damals der Anfang“, erklärt Michael Kleinkes, Leiter der Entwicklung Lichttechnik bei Hella. Neben der Lichtstärke stellte der Leuchtenspezialist eine dynamische Leuchtweitenregulierung vor – die unabhängig von der Beladung blendfreies Licht möglich machen sollte. Um dem Fahrer eine noch bessere und weitreichendere Sicht zu bieten, führte Hella 2003 das dynamische Kurvenlicht ein, bei dem die Lichtmodule je nach Lenkwinkel in die Kurven schwenken. 2006 folgte das Adaptive Frontlighting System (AFS): Das VarioX-Modul machte es möglich, die Lichtverteilung der Scheinwerfer der gefahrenen Geschwindigkeit und dem Lenkeinschlag anzupassen – ein Novum auf dem Markt.

Scheinwerfersystem mit Kamerasensor

Die Motivation zum nochmals perfektionierten Scheinwerfer wird besonders bei einer Entwicklung im Jahr 2009 deutlich: Für eine blendfreie Lichtverteilung wurde erstmals ein Scheinwerfersystem mit einer Kamera als Sensor entwickelt. Bei der so erzeugten adaptiven Hell-Dunkel-Grenze (aHDG) kann der Lichtkegel der eigenen Scheinwerfer so gesteuert werden, dass er jeweils vor den vorausfahrenden und entgegenkommenden Fahrzeugen endet. Noch einen Schritt weiter geht dabei nur noch das blendfreie Fernlicht. Hierbei werden aus der Fernlichtverteilung automatisch diejenigen Bereiche des Verkehrsraums ausgeblendet, die andere Verkehrsteilnehmer blenden könnten.

Fast 20 Jahre lang gehörte Xenon in der Lichttechnik zum Nonplusultra. Umweltaspekte, eine begrenzte Lichtausbeute und Grenzen bei Design und Bauraum schafften Platz für eine weitere Neuentwicklung: LED. Die Light Emitting Diode oder zu deutsch Leuchtdiode gab es schon früher. In den neunziger Jahren etablierten sich hochgesetzte Bremsleuchten in Pkw mit den sparsamen und schnell schaltenden LEDs.

LED startet in der Oberklasse

Bis zum Durchbruch der Technik für Frontscheinwerfer sollte es aber noch bis zum Jahr 2004 dauern. Der Automobilhersteller Audi stellte das LED-Tagfahrlicht erstmals in der Oberklasselimousine A8 vor. Nochmals vier Jahre dauerte es, bis Hella im Cadillac Escalade einen der ersten Voll-LED-Scheinwerfer präsentierte, der sowohl beim Abblend- als auch Fernlicht komplett auf Leuchtdioden setzte. Wie in der Automobilindustrie üblich, finden sich bahnbrechende Neuentwicklungen zuerst in der automobilen Oberklasse wieder. Kosten und Stückzahlen lassen anfangs zumeist keine Großserienproduktion zu. Doch die Entwicklung der LED verläuft schneller als Xenon oder Halogen in den Jahrzehnten zuvor. 2013 stattete Mercedes die E-Klasse serienmäßig schon ab dem Basismodell mit LED-Scheinwerfern von Hella aus – eine Neuheit auf dem Markt.

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