Klimafreundliche Mobilität Umfrage: 13 Prozent verzichten auf eigenes Auto

Redakteur: Thomas Günnel

Eigenes Auto oder das Monatsticket für den ÖPNV? Eine Umfrage des TÜV-Verbands zeigt: 40 Prozent der Deutschen sind bereits klimafreundlicher mobil.

Alternative Mobilität: Eine Umfrage zeigt, dass bereits 40 Prozent der Deutschen klimafreundlichere Transportmittel nutzen.
Alternative Mobilität: Eine Umfrage zeigt, dass bereits 40 Prozent der Deutschen klimafreundlichere Transportmittel nutzen.
(Bild: Deutsche Bahn/Wolfgang Klee)

Vier von zehn Deutschen haben ihr persönliches Mobilitätsverhalten in den vergangenen Jahren zugunsten einer klimafreundlichen Fortbewegung verändert. Das zeigt eine Umfrage, die der TÜV-Verband beauftragt hat. Befragt worden sind 1.004 Personen ab 18 Jahren. Laut der Umfrage verzichten immerhin 13 Prozent aller Teilnehmer bewusst auf ein eigenes Auto, um ihre Mobilität nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten.

Große Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land: In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern verzichten 21 Prozent auf einen privaten Pkw, aber nur acht Prozent in kleineren Städten und Gemeinden. Ähnlich ist es bei anderen Verkehrsmitteln. In Großstädten fahren 54 Prozent der Befragten wenn möglich mit dem Fahrrad, verglichen zu 44 Prozent in Kleinstädten.

Viele Stadtbewohner werden erst auf ihren privaten Pkw verzichten, wenn alternative Mobilitätsangebote ähnlich flexibel, komfortabel und sicher sind.

Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband

Die Bahn nutzen 38 Prozent der Menschen die in Großstädten leben für längere Strecken, in Kleinstädten und auf dem Land sind es 21 Prozent. Einen Mix aus öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad und Sharing-Diensten nutzen 18 Prozent der Stadtbewohner, in Kleinstädten und auf dem Land sind es acht Prozent.

Günstigerer ÖPNV, bessere Infrastruktur

Laut den Ergebnissen der Umfrage halten 92 Prozent einen deutlichen Ausbau der ÖPNV-Netze für wichtig oder sehr wichtig, damit mehr Menschen auf einen eigenen Pkw verzichten. Eine höhere Taktung von Bussen und Bahnen erachten 90 Prozent als wichtig oder sehr wichtig – und 87 Prozent meinen, dass deutlich vergünstigte Ticketpreise auf maximal die Hälfte der aktuellen Preise im ÖPNV einen wichtigen Beitrag leisten könnten.

Außerdem muss die städtische Verkehrsinfrastruktur moderner werden. Vier von fünf Befragten und damit 79 Prozent halten den deutlichen Ausbau des Radverkehrsnetzes für einen wichtigen Faktor, damit mehr Menschen bereit wären, auf ihren Pkw zu verzichten.

Eine Umwidmung von Straßen zu autofreien Zonen, in denen Fußgänger und Radfahrer Vorrang haben, halten 55 Prozent für wesentlich. Etwas mehr als die Hälfte, 52 Prozent, wünschen sich, dass Carsharing-Fahrzeugen häufiger auch über die Innenstadt hinaus verfügbar sind.

Geteilte Meinung zu weniger Parkplätzen

Nicht ganz eindeutig sind die Meinungen zu Parkplätzen: 38 Prozent aller Befragten sind dafür, die Verkehrs- und Parkflächen für Autos zugunsten anderer Verkehrsmittel zu reduzieren. Auffällig ist dabei der Unterschied zwischen Stadt und Land: 49 Prozent der Großstädter sind für weniger Verkehrsflächen zugunsten alternativer Verkehrsmittel, aber nur 33 Prozent der Bewohner kleinerer Städte.

Wie wurde befragt?

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.004 Personen ab 18 Jahren. Die Umfrage wurde vom 3. bis 9. Juni 2021 durchgeführt. Die Fragen lauteten:

  • „Haben Sie Ihr eigenes Mobilitätsverhalten in den vergangenen Jahren zugunsten von klimafreundlicher Fortbewegung verändert?“
  • „Was tun Sie im Alltag, um Ihre persönliche Mobilität möglichst nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten?“
  • „Insbesondere in den Städten könnte der Verzicht auf einen privaten Pkw den Straßenverkehr entlasten und für weniger Abgase, Lärm, Staus und Unfälle sorgen. Wie wichtig sind aus Ihrer Sicht die folgenden Maßnahmen im Bereich der Mobilität, damit mehr Menschen auf einen eigenen Pkw verzichten?“

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