Pressebericht Skoda-Chef: „Verbrenner bleiben bis 2035 im Programm“

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Hatten sich die Hersteller bis vor Kurzem noch mit möglichst kurzen Laufzeiten bis zum Verbrenner-Ende überboten, kommt jetzt die Gegenwelle. Nun stellt Skoda-Chef Klaus Zellmer klar, dass man bis zum gesetzlichen Verbrenner-Aus Benziner und Diesel liefern will.

Skoda-Vorstandschef Klaus Zellmer will sich mit dem Ausstieg aus der Verbrenner-Technologie noch Zeit lassen. Im Bild ist er zu sehen bei der Präsentation des neuen Kodiaq in Berlin im Oktober 2023.(Bild:  Grimm – VCG)
Skoda-Vorstandschef Klaus Zellmer will sich mit dem Ausstieg aus der Verbrenner-Technologie noch Zeit lassen. Im Bild ist er zu sehen bei der Präsentation des neuen Kodiaq in Berlin im Oktober 2023.
(Bild: Grimm – VCG)

Der tschechische Autobauer Skoda will so lange Verbrenner im Angebot halten, wie sie von Kunden nachgefragt werden. Skoda-Chef Klaus Zellmer sagte im Gespräch mit der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“, dass Skoda bis zum verkündeten EU-Verbrennerverbot 2035 Modelle mit Diesel- und Otto-Motoren im Angebot halten werde. „Bis dahin bieten wir unseren Kunden an, was sie nachfragen: von Diesel und Benziner über Mildhybrid und Plug-in-Hybrid bis zum batterieelektrischen Fahrzeug“, erklärte Zellmer. „Uns geht es nicht darum, in den Wettbewerb um den letzten Verbrenner einzusteigen, sondern die Wünsche unserer Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.“

Zellmer reiht sich damit ein in die zuletzt zunehmend vorsichtiger gewordenen Töne hinsichtlich eines frühzeitigen Verbrenner-Endes. Beispielsweise hatte Mercedes-Chef Ola Källenius in einem Interview von „Zeit online“ erklärt, dass der Premiumhersteller „selbstverständlich auch nach 2030 noch Verbrenner“ liefern werde. „Den Zeitpunkt für den letzten Verbrenner kennen wir jedoch schlichtweg nicht“, verdeutlichte er. Man sei an die E-Mobilität mit zu viel Optimismus herangegangen. Andere Marken wie Opel (bis 2028) verfolgen offiziell dagegen noch sehr ambitionierte Ziele für den Ausstieg aus der Verbrenner-Technologie.

Mit seiner Aussage reagiert der Skoda-Chef auf die aktuelle Kaufzurückhaltung für Elektroautos. „Für mich wurde in den letzten Monaten ganz klar, wenn Verbraucher auf das Thema BEVs zurückhaltend reagieren, dann brauchen wir alternative Lösungen. Eine ist der Plug-in-Hybrid“, so Zellmer. „Es gibt Nutzungsprofile, da macht ein E-Fahrzeug zu 100 Prozent Sinn, aber für andere Profile ist der Plug-in-Hybrid extrem attraktiv. Das ist schon die richtige Technologie, auf die wir da gesetzt haben.“ Durch die Abschaffung der staatlichen Kaufprämie in Deutschland sei eine „gewisse Ernüchterung“ eingetreten. „Damit bin ich wieder bei meinem Punkt: Der Kunde entscheidet.“

Regenerative Energiequellen sollen kompensieren

Gleichzeitig müsse sich Europa Gedanken machen, wie man mit der hohen Zahl an Verbrennern umgehen werde, die 2035 noch auf den Straßen in der EU fahren werden. „Die werden ja nicht verboten. Ich sage, die Diskussion über synthetische Kraftstoffe wird erneut auf den Tisch kommen.“ An die EU gerichtet stellt der Skoda-Chef eine rhetorische Frage: „Macht sich dort jemand Gedanken, wie es mit der CO2-Compliance der Bestandsfahrzeuge ab 2035 aussieht?“ Nicht zufrieden ist Zellmer zudem mit dem aktuellen Energiemix in Deutschland und der Abschaltung der Atomkraftwerke.

„Selbstverständlich ist das Abschalten der AKWs für die CO2-Bilanz der Stromherstellung aus meiner Sicht kritisch; mit Blick auf die Strompreise sowieso“, unterstreicht der Skoda-Chef. „Wenn wir dies nicht mit echten regenerativen Energiequellen kompensieren, also Solar und Wind, dann haben wir nichts geschafft. In den nächsten Jahren muss es gelingen. Das Ziel muss doch sein: Autos CO2-neutral herzustellen, zu laden und zu fahren.“

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