E-Antriebe Welcher Motor darfs denn sein?

Von Hartmut Hammer 4 min Lesedauer

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Früher lautete die Frage: Benziner oder Diesel? Heute konkurrieren verschiedene E-Motoren-Konzepte um Marktanteile. Doch welche Technik ist für welchen Einsatzfall die beste?

Mahle hat einen neuen Technologiebaukasten für E-Motoren entwickelt. Der „perfekte Motor“ bietet eine dauerhaft hohe Spitzenleistung und verzichtet auf Seltene Erden.(Bild:  Mahle)
Mahle hat einen neuen Technologiebaukasten für E-Motoren entwickelt. Der „perfekte Motor“ bietet eine dauerhaft hohe Spitzenleistung und verzichtet auf Seltene Erden.
(Bild: Mahle)

Permanentmagneterregte Synchronmotoren (PSM) waren in den vergangenen Jahren die Lieblinge der E-Antriebsentwickler: kompakt, leistungsstark und sehr energieeffizient. Fremderregte Synchronmotoren (EESM, Electrically Excited Synchronous Machine) und Asynchronmaschinen (ASM) verloren zunehmend an Boden. Doch die Klimakrise, zunehmende Muskelspiele des Rohstofflieferanten China (Stichwort seltene Erden) und der russische Überfall auf die Ukraine veränderten die Rahmenbedingungen diametral: Heute stehen bei den Produkten eine hohe Gesamteffizienz, ein geringer CO2-Fußabdruck und eine resiliente Lieferkette im Vordergrund.

Im Detail anders

Diese Verwerfungen bescheren nun den EESM ein unerwartetes Comeback. Vermutlich ihr größter Vorteil ist ihr Rotor ohne Permanentmagnete. Deren Rohstoffe wie Neodym, Dysprosium und Terbium erzeugen bei Förderung und Verarbeitung einen hohen CO2-Ausstoß. Der Rotor eines EESM besteht hauptsächlich aus Eisen und Kupfer und hat laut dem Zulieferer Valeo im Vergleich zu einem PSM-Rotor ein 88 Prozent geringeres CO2-Äquivalent. Bezogen auf den Gesamtmotor sind es immer noch 30 Prozent.