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Motorsport Engineering Fahrbericht Wassereinspritzung im BMW M4: Cool Running

Autor / Redakteur: SPX / Wolfgang Sievernich

Die neue Technologie der Wassereinspritzung zur Leistungssteigerung könnte in zwei Jahren in die Serie kommen. BMW testet sie bereits im BMW M4 MotoGP Safety-Car. Ein Fahrbericht.

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BMW testet in dem Einzelstück eine neue Motortechnik, mit der die Leistung des Sechszylinders von 431 auf 500 PS angehoben wird.
BMW testet in dem Einzelstück eine neue Motortechnik, mit der die Leistung des Sechszylinders von 431 auf 500 PS angehoben wird.
(Foto: BMW)

Des einen Leid ist des anderen Freud. Nun sollte man ja eigentlich niemandem einen Unfall wünschen. Doch wenn man am Steuer des Safety Cars aus der MotoGP sitzt, dann kann es auf der Strecke gar nicht genug Zwischenfälle geben. Denn nur dann lassen die Rennkommissare den vielleicht schärfsten M4 von der Leine, den BMW in der aktuellen Serie bislang gebaut hat.

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Wassernebel sorgt für Kühlung

Mit seiner riesigen Lichtorgel auf dem Dach und den Flashern im Bug sieht er trotz seines schwarzen Lacks nicht nur aus wie die Feuerwehr, sondern er fährt auch so – und verdankt das tatsächlich ein paar Spritzern Wasser. Schließlich testen die Bayern in dem Einzelstück eine neue Motortechnik, mit der die Leistung des ohnehin schon potenten Sechszylinders von 431 auf gut und gerne 500 PS angehoben wird und das mit 550 Nm bereits üppige Drehmomentmaximum locker über 600 Nm klettert. „Wassereinspritzung heißt das Zauberwort“, sagt Frank van Meel, der neue Chef der M GmbH und erzählt von den hohen Ladeluft-Temperaturen, derentwegen man den Druck der Turbos nicht bedenkenlos steigern könne. Wenn man allerdings feine Wassernebel in den Sammler vor den Zylindern einspritzt, verdunsten diese im heißen Abgasstrom, kühlen ihn um bis 25 Grad Celsius herunter und erlauben so eine Anhebung des Ladedrucks sowie eine höhere Verdichtung und früheren Zündzeitpunkt, gibt van Meel den Maschinenbau-Professor.

Auch Verbrauchsminderung möglich

Zwar kann man dieses Verfahren auch zur Verbrauchsminderung nutzen, räumt van Meel ein, und dabei im besten Fall acht Prozent Effizienz gewinnen. Nicht umsonst arbeiten die Kollegen bei der Großserie bereits an einer Umsetzung zum Beispiel im Einser oder Zweier.

Doch die M GmbH wäre nicht die M GmbH, wenn er bei ihre nicht um Power und Performance ginge. „Und 50 PS sowie 50 Nm holen wir damit locker“, strahl van Meel. Der Fahrer allerdings bekommt davon erst einmal kaum etwas mit. Den fünf Liter großen Wassertank im Kofferraum, der im Renneinsatz genauso lange reicht wie ein Tank voll Sprit, füllen die Mechaniker. Und am Steuer erlebt man ohnehin eine Reizüberflutung. Festgeschnallt mit blauen Hosenträger-Gurten sitzt man in engen Rennschalen und wartet nur darauf, dass jemand endlich „Action“ ruft.

Mehr Drehmoment im Fahrtest

Dass der M4 bei der ersten Testfahrt auf dem Salzburgring dann tatsächlich wie vom Katapult geschossen aus der Boxengasse jagt, könnte auch daran liegen, dass er durch den gnadenlos brüllenden Sportauspuff ein bisschen freier atmen kann und ohne Rückbank ein bisschen weniger auf die Waage bringt. Doch schon in der Schikane nach der Start-Ziel-geraden glaubt man, den fülligeren Drehmomentverlauf zu spüren. Am Ausgang der langen Nockstein-Kurve wirkt der M4 hellwach und gierig. Und wenn auf der langen Geraden die Nadel im Drehzahlmesser zum ersten Mal über 5.000 Touren klettert, wirken die Wasserspritzer in der Ansaugluft wie Adrenalin und lassen das Coupé noch schneller ausschreiten.

Genaue Zahlen wollen die Bayern noch nicht verraten. Aber ein bisschen flotter als die 4,2 Sekunden des Serienmodells sollte der M4 den Sprint auf Tempo 100 schon schaffen. Und auch 280 km/h Top-Speed dürften für das Safety-Car nicht das letzte Wort sein.

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