Wirtschaft Zulieferer-Index: Zeichen stehen auf Stabilisierung
Die zuletzt positive Entwicklung der Automobilhersteller wirkt sich auch stabilisierend auf die deutsche Zulieferindustrie aus. Der neue Teil-Lockdown ab 2. November könnte diesen Trend allerdings wieder zunichte machen.
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Die zuletzt positiven Signale der deutschen Zulieferer bestätigen sich dem jüngsten Zulieferer-Index der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) zufolge: Demnach erwartet die Branche, dass sich das Geschäftsklima in den kommenden sechs Monaten erneut leicht verbessert. Unter Berücksichtigung saisonaler Effekte, aber ungeachtet der aktuellen Covid-19-Pandemie, rechnet nur jeder vierte Zulieferer mit einem besseren Geschäftsklima. Der Saldo der Erwartungen nimmt jedoch von 12,4 Punkten auf 15,4 Punkte zu.
Erfreulich ist vor allem, dass die aktuelle Lage im Oktober wesentlich positiver beurteilt wird als noch in den Vormonaten. So legt der Saldo zur Beurteilung der aktuellen Lage im Vergleich zum Vormonat um deutliche 17,9 Punkte zu. Mit einem Wert von -9,3 nähert sich die Lageeinschätzung der deutschen Zulieferer dem März-Niveau an. „Wenngleich man diese Einschätzungen vor dem Hintergrund des niedrigen Ausgangsniveaus der vergangenen Monate und den saisonalen Effekten betrachten muss, scheint sich das Geschäftsklima aller Zuliefererbranchen zu stabilisieren“, so die ArGeZ.
Interview
„Als Zulieferer würde ich in meinen bewährten Strukturen bleiben“
Die rasante Zunahme der Covid-19-Fallzahlen in den vergangenen Tagen in Deutschland und Europa stellt diese Einschätzungen jedoch zugleich auf wackelige Beine. In dieser angespannten und sehr dynamischen Phase reagieren die Weltmärkte sehr nervös. Zudem verändern sich die politische Diskussion und die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie fast täglich, sodass sich auch die Erwartungsbildung der deutschen Zulieferer innerhalb kurzer Zeit ändern kann und unter Umständen nach wenigen Tagen revidiert werden muss. Der neue Teil-Lockdown ab kommenden Montag (2. November) könnte den Aufholprozess schon zu Beginn der kalten Jahreszeit gefährden.
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