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Additive Fertigung: Wieviel Druck ist möglich?

| Autor: Thomas Günnel

Die additive Fertigung ist weit mehr als nur ein vielversprechender Trend: Die Einsatzmöglichkeiten scheinen unendlich. Doch die Verfahren eignen sich nicht für jede Branche gleich gut – trotz imposanter Entwicklung in den vergangenen Jahren.

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Die additive Fertigung eignet sich nicht für jede Branche gleich gut – dennoch sind die Möglichkeiten vielversprechend.
Die additive Fertigung eignet sich nicht für jede Branche gleich gut – dennoch sind die Möglichkeiten vielversprechend.
(Foto: Brose/Hagen Lehmann)

Konzeptfahrzeuge faszinieren, zeigen sie doch gewagte Formen und Techniken, die sich im Auto-Alltag so nicht finden. Wie der „Light Cocoon“, die Studie eines kompakten Sportwagens mit einer bionisch gestalteten und generativ hergestellten Fahrzeugstruktur, die der Entwicklungsdienstleister EDAG im vergangenen Jahr auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt hatte. Ist das die Zukunft – vollständig gedruckte Fahrzeugstrukturen? Das Unternehmen selbst relativiert: Der Light Cocoon sei ein Konzeptfahrzeug, das bestehende Denkmuster in der Fahrzeugkonstruktion aufbrechen und das technische Potenzial der additiven Fertigung verdeutlichen solle. Und das Interesse an diesen Verfahren ist enorm: Im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) hat sich im Mai 2014 die Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing als offene Plattform gegründet. Knapp 100 Unternehmen und Forschungsinstitute haben sich bislang angeschlossen. Ziel ist, über die Techniken aufzuklären, Prozesse weiterzuentwickeln und VDMA-Mitgliedern den Einstieg zu erleichtern. „Wir erleben eine äußerst dynamische Entwicklung“, sagt VDMA-Projektleiter Rainer Gebhardt.

Das spiegeln auch die Marktzahlen wider: Die jährlichen Wachstumsraten der additiven Fertigung beziffert der Verband auf 25 Prozent, wobei führende Anlagenbauer ihre Umsätze zuletzt binnen zwölf Monaten verdoppeln konnten. Das Angebot an Materialien, die Vielfalt der Anwendungen und die Bearbeitungsgeschwindigkeiten steigen stetig. Letzteres auch, weil Multilaser-Anlagen in den Markt drängen. Die Unternehmensberatung Roland Berger ermittelte in ihrer neuen Studie „ Additive Manufacturing – next generation“ ein jährliches Marktwachstum seit dem Jahr 2004 von durchschnittlich rund 20 Prozent. Inzwischen ist die Technik serienreif, vor allem bei Medizinprodukten, in der Luft- und Raumfahrt und beim Turbinenbau. Entsprechende Lieferketten bilden sich bereits – zum Beispiel in Norddeutschland: Dort soll eine neue Lieferantenlandschaft die Flugzeugindustrie mit additiv gefertigten, metallischen Bauteilen versorgen. Für die kommenden Jahre erwartet das Unternehmen Roland Berger ein jährliches Branchenwachstum von mehr als 30 Prozent. Der Gesamtmarkt, Anlagen, Materialien und Services, betrug im vergangenen Jahr laut dem VDMA weltweit vier Milliarden Euro.