Aftermarket Cash-Generator im Schatten der Transformation

Ein Gastbeitrag von Paul Kummer, Thorsten Lips, Florian Tauschek* 3 min Lesedauer

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Der Aftermarket entwickelt sich zum stabilen Cash-Generator im Zuge der Transformation – und für viele Zulieferer zum entscheidenden Ergebnispfeiler. Die Wertschöpfung entsteht jedoch nicht automatisch.

Zulieferer mit relevanter Aftermarket-Präsenz erzielen signifikant höhere EBIT- und Cash-Conversion-Raten als rein erstausrüstungsgetriebene Unternehmen.(Bild:  KI-generiert)
Zulieferer mit relevanter Aftermarket-Präsenz erzielen signifikant höhere EBIT- und Cash-Conversion-Raten als rein erstausrüstungsgetriebene Unternehmen.
(Bild: KI-generiert)

Während das Erstausrüstungsgeschäft zunehmend durch Margendruck, hohe Investitionen in neue Technologien und volatile Nachfrage geprägt ist, rückt ein lange unterschätzter Bereich stärker in den Fokus: der Aftermarket. Ein zentraler Grund liegt im fundamental unterschiedlichen Profitabilitätsprofil von Original Equipment- und Aftermarket-Geschäften. Im Neuwagen und Erstausrüstungsgeschäft sind Margen nicht nur strukturell niedriger, sondern auch deutlich stärker konjunktur- und technologieabhängig. Im Gegensatz dazu erwirtschaften OEMs und Zulieferer einen überproportionalen Anteil ihres operativen Ergebnisses im Aftersales – trotz deutlich geringerer Umsatzanteile. Für Zulieferer zeigt sich: Unternehmen mit relevanter Aftermarket-Präsenz erzielen signifikant höhere EBIT- und Cash-Conversion-Raten als rein OE getriebene Wettbewerber.

Wie groß die Spannweite tatsächlich ist, verdeutlicht ein Blick auf die Profitabilität einzelner Aftermarket-Produktkategorien. Während Anbieter in komplexen, erstausrüstungsnahen Segmenten häufig nur niedrige bis mittlere einstellige EBIT-Margen erreichen, erzielen Best-in-Class-Player in klassischen Aftermarket-Kernkategorien Margen im hohen zweistelligen Bereich. In einzelnen Segmenten liegen die EBIT-Spitzenwerte bei 25 bis 30 Prozent. Diese Spreizung macht deutlich: Der Aftermarket ist kein homogener Markt. Wertschöpfung entsteht nicht automatisch durch Teilnahme, sondern durch gezielte Priorisierung von Kategorien, klare Positionierung und ein Independent Aftermarket-fähiges Operating Model.