US-Zölle Automobilzulieferer doppelt betroffen

Von Claus-Peter Köth 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Zulieferer seien von den US-Zöllen auf Fahrzeuge und Autoteile doppelt betroffen, mahnt der europäische Zuliefererverband Clepa. Eine Verhandlungslösung mit den USA müsse Vorrang haben.

(Bild:  Clepa)
(Bild: Clepa)

Im Rahmen des Strategischen Dialogs über die Zukunft der Automobilindustrie betonten die Automobilzulieferer, darunter Vertreter von Bosch, Valeo und Clepa, bei einem Treffen mit der Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen die dringende Notwendigkeit ausgewogener und zukunftsorientierter transatlantischer Handelsbeziehungen. Die Zulieferer betonten die Auswirkungen der jüngsten US-Zölle auf Automobil-, Stahl- und Aluminiumexporte – nicht nur für die Fahrzeughersteller, sondern für die gesamte Lieferkette.

Benjamin Krieger, Generalsekretär des europäischen Zulieferverbands Clepa, sagte: „Die von der Trump-Administration verhängten Zölle sind eine erhebliche Bedrohung für die EU-Automobilzulieferindustrie und gefährden Exporte in die USA im Wert von 13,9 Milliarden Euro sowie bis zu 125.000 Arbeitsplätze in der EU.“

Die Zulieferer seien noch stärker betroffen als die Autohersteller, da sie durch geringere Fahrzeugexporte geschädigt werden und im Mai weitere Zölle auf Autoteile zu erwarten sind. „Wir unterstützen zwar eine maßvolle Reaktion der EU, doch muss eine Verhandlungslösung mit den USA Vorrang haben, um unbeabsichtigte Vergeltungsmaßnahmen für kritische Importe – wie spezialisierte Kunststoffe, Halbleiter-Vorprodukte und hochwertigen Stahl – zu vermeiden“, so Krieger.

CO2-Verordnung anpassen, Bürokratie abbauen

Europa könne die globale Handelspolitik nicht kontrollieren, aber eine eigene politische Antwort gestalten, betonte Krieger. Jetzt sei es an der Zeit, sich auf das zu konzentrieren, was in eigener Reichweite liege: intelligentes, gezieltes Handeln, um Europas Position in einer unsicheren Welt zu stärken. Die Beibehaltung des sogenannten Nutzfaktors für Plug-in-Hybride sei ein erster wichtiger Schritt, um Tausende von Arbeitsplätzen zu sichern.

Insgesamt gelte es, die CO2-Verordnung anzupassen, um die Realität des heutigen Marktes widerzuspiegeln und alle kohlenstoffarmen Technologien zu unterstützen. Darüber hinaus würden der Abbau bürokratischer Hürden und die Beschleunigung von Handelsabkommen mit Mercosur und Mexiko den Wettbewerbsvorteil Europas stärken und dafür sorgen, dass Europa sein strategisches Know-how und seine Produktion bewahren kann. Das sei kein Protektionismus – es gehe vielmehr darum, die Widerstandsfähigkeit auf lange Sicht zu sichern.

(ID:50383566)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung