Zulieferer Conti-Marge unter Druck

Quelle: dpa

Continental hat 2022 beim Konzernumsatz massiv zulegen können. Bei der Rentabilität hapert es allerdings.

(Bild: Marcus Prell/Continental)

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat im vergangenen Jahr seine Geschäfte wieder deutlich ausgeweitet – blieb wegen hoher Kosten aber unter Druck. Der Umsatz legte nach vorläufigen Zahlen um rund 17 Prozent auf 39,4 Milliarden Euro zu, wie der Dax-Konzern am Dienstagabend mitteilte. Die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern lag mit voraussichtlich 5 Prozent jedoch 0,6 Punkte unter dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen aus Hannover hatte schon früh vor milliardenschweren Mehrkosten für Energie, Frachten und Material gewarnt.

Mit den Werten erreichte Conti seine Erlös- und Gewinnziele – verfehlte aber beim für Investoren wichtigen Barmittelzufluss die Planungen deutlich, weil vor dem Stichtag spürbar weniger Zahlungen auf den Konten landeten als erwartet.

Letztlich erwirtschaftete der Konzern vor Ein- und Auszahlungen für den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen insgesamt rund 200 Millionen Euro an Finanzzuflüssen. Zuletzt angepeilt hatte das Management zwischen 600 und 800 Millionen. Dass Conti im vierten Quartal noch gehörig Boden gutmachte, reichte nicht mehr. Die Aktie lag nachbörslich am Dienstag auf der Handelsplattform Tradegate 1,1 Prozent unter dem Xetra-Schluss.

Stotterndes Geschäftsfeld

Continental hatte in der jüngeren Zeit vor allem in der Autozulieferung zu kämpfen, weil die weltweite Autoproduktion infolge von Teileknappheit und chinesischen Covid-Lockdowns immer wieder stotterte. Im abgelaufenen Jahr besserte sich das Umfeld schließlich zwar. Im vierten Quartal schrieb die Zuliefersparte wieder operativ schwarze Zahlen – auf Jahressicht dürften aber erneut leichte Verluste angefallen sein.

Der Gewinnbringer des Konzerns, das Reifengeschäft, schnitt sogar etwas besser ab als in Aussicht gestellt – und machte damit Schwächen bei der Marge im Kunststofftechnikgeschäft der Sparte Contitech wett. Dort belasteten gestiegene Produktionskosten, ein unvorteilhafter Produktmix und Covid-Einschränkungen in China.

Noch keine Zahlen zum Gewinn

Zum Nettoergebnis machte Conti mit den Eckdaten noch keine Angaben. Nach neun Monaten hatte der Konzern vor allem wegen hoher Abschreibungen einen Verlust von 216 Millionen Euro angesammelt. Ob das Schlussquartal die Wende brachte, wird der Konzern den Anlegern mit den detaillierten Jahreszahlen am 8. März mitteilen.

Grundsätzlich schüttet das Unternehmen zwischen 15 und 30 Prozent des Nettogewinns aus. In Vorjahren mit roten Zahlen war Conti aber auch schon von der Dividendenpolitik abgewichen und hatte den Aktionären dennoch eine Dividende gezahlt. Größter Aktionär von Conti ist die Industriellenfamilie Schaeffler mit 46 Prozent der Anteile.

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