Personalie Autozulieferer Mahle sucht schon wieder einen neuen CEO

Von Claus-Peter Köth

Erneuter Wechsel an der Spitze des Mahle-Konzerns: Matthias Arleth verlässt das Unternehmen nach nur vier Monaten. Die suche nach einem Nachfolger wird für den eigentlichen Mahle-Chef Heinz Junker immer schwieriger.

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Matthias Arleth bekleidete erst seit Januar 2022 die Position des CEO bei Mahle.
Matthias Arleth bekleidete erst seit Januar 2022 die Position des CEO bei Mahle.
(Bild: Mahle/Wolfram Scheible)

Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Autozulieferers Mahle, Matthias Arleth, verlässt das Unternehmen zum 30. April. Die „einvernehmliche Beendigung der Zusammenarbeit“ sei wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Konzerns erfolgt, teilte Mahle am vergangenen Freitag mit.

Bis zu einer Entscheidung für einen Nachfolger durch den Aufsichtsrat werde wieder Michael Frick, 55, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen, hieß es. Arleth war erst im Januar 2022 von Webasto kommend zu dem Technologiekonzern gestoßen.

Mahle gehört mit der Herstellung von Kolben, Kühlsystemen und inzwischen auch Elektroantrieben zu den Großen der Branche mit über 70.000 Beschäftigten und knapp zehn Milliarden Euro Umsatz. Der Zulieferer kämpft mit der Transformation in der Autobranche. Der Verkauf von Kolben, Pumpen und Filtern gilt nicht mehr als längerfristig tragfähiges Geschäftsfeld.

Nach zwei schwierigen Jahren, in denen Verlust geschrieben und mehrere Tausend Stellen abgebaut wurden, sollte im Jahr 2021 wieder die Gewinnzone erreicht werden. Im ersten Halbjahr 2021 legte der Umsatz um 32 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu. Das Ebit betrug 201 Millionen Euro, was einer Ebit-Marge von 3,5 Prozent entspricht.

Nur wenige Tage vor der Bilanzvorstellung am 25. April wirft der Schritt ein Schlaglicht auf den Mahle-Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Junker, schreibt das „Handelsblatt“. Er gelte als die zentrale Figur beim viertgrößten deutschen Autozulieferer. Externe wie interne Nachfolger haben es bei Professor Junker schwer, so die Wirtschaftszeitung. Erst vor einem Jahr musste Jörg Stratmann gehen – ein Manager aus dem Hause, der vor seinem Aufstieg an die Spitze jahrelang die Thermotechnik geführt hatte. Dessen Vorgänger Wolf-Henning Scheider wiederum war Anfang 2018 kurzfristig zu ZF abgewandert.

Wer kontrolliert eigentlich?

Die Freiräume für CEOs scheinen unter dem allmächtigen Chefaufseher jedenfalls sehr eingeschränkt, mutmaßt das Handelsblatt. Das dürfte die Suche nach einer externen Lösung erschweren. Der Kandidat müsse nicht nur zu Mahle, sondern vor allem zu Junker passen.

Heinz Junker kennt Mahle wie kein anderer. 18 Jahre lang stand er selbst an der operativen Unternehmensspitze, seit sieben Jahren ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats. Die Stiftungskonstruktion verleiht dem 72-Jährigen eine sehr hohe Machtfülle.

Mit Material von dpa

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