Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will mehr Batterien „Made in Europa“. Für dieses Vorhaben gibt es nun zum zweiten Mal finanzielle Unterstützung – und zwar in Milliardenhöhe.
Blick in ein Labor zur Herstellung von Batteriezell-Prototypen beim Münchner Autobauer BMW.
(Bild: BMW)
Die EU-Kommission hat ein zweites Mal Milliardenhilfen zur Unterstützung der Batterieproduktion in Europa genehmigt. Deutschland und elf weitere EU-Länder können nun bis zu 2,9 Milliarden zusätzlich bereitstellen, wodurch auch Fortschritte bei der Elektromobilität erzielt werden sollen, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einem großen Erfolg.
Europa will bei der Batteriezellproduktion aufholen, bisher dominieren in dem Bereich asiatische Konzerne. Wegen des starken Zuwachses von Elektro-Autos werden Abhängigkeiten von Fernost befürchtet. Bereits im Dezember 2019 hatten die EU-Wettbewerbshüter grünes Licht für die milliardenschwere Förderung einer europäischen Batteriezellenfertigung gegeben. Von den Vorhaben erhofft man sich einen Innovationsschub in diesem Wirtschaftszweig.
Altmaier will Batterien „Made in Germany“ und „Made in Europe“
Natürlich sei der „frühere Vorsprung“ der asiatischen Hersteller groß und gewaltig, sagte Altmaier. Aber die EU habe eine gute Aussicht, dass Batterien „Made in Germany“ und „Made in Europe“ zu einer internationalen Marke würden.
Von der nun bekanntgegebenen Entscheidung zur Staatshilfe kann auch der US-Elektroautobauer Tesla in Brandenburg profitieren. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am 10. Dezember das zweite europäische Großprojekt zur Batteriezellfertigung bei der Europäischen Kommission eingereicht. Vergangene Woche hieß es, Tesla könne mit den Vorbereitungen für eine geplante Batteriefabrik nahe seiner Autofabrik in Grünheide bei Berlin beginnen.
Tesla: „Bahnbrechende Investition“
Insgesamt seien elf Firmen mit Standorten in Deutschland bei dem zweiten EU-Batterieprojekt dabei, neben Tesla etwa auch BMW, Elring Klinger, und SGL Carbon. Eine konkrete Fördersumme für Tesla konnte das Wirtschaftsministerium noch nicht nennen. „Die Mittel müssen nun schnell verfügbar sein, damit die Unternehmen planen und herstellen können“, teilte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie mit.
„Mit der Ansiedlung von Tesla werden wir unserem Ziel ein gutes Stück näher kommen, in Europa etwa 30 Prozent der Batteriezellproduktion weltweit zu realisieren“, sagte der Minister. Es sei gelungen, Tesla zu einer „bahnbrechenden Investition“ zu bewegen. Von der nun genehmigten Förderung können EU-Angaben zufolge Projekte der gesamten Wertschöpfungskette der Batterieproduktion profitieren. So sollen etwa auch Forschungsvorhaben den Angaben der EU-Kommission zufolge unterstützt werden.
Diese Unternehmen sollen künftig Batterien entwickeln
Bis zu 2,9 Milliarden Euro sind im EU-Fördertopf. In Deutschland sollen elf Firmen einen Anteil davon bekommen, unter anderem:
ACI Systems: Das in Zimmern ob Rottweil ansässige Unternehmen bearbeitet mit mehreren Partnern, unter anderem dem Fraunhofer-Institut für Solare zwei über sechs Jahre angelegte Teilprojekte. ACI Systems entwickelt eine Technologie zur wasserneutralen und günstigen Herstellung von Lithiumhydroxid direkt aus Solen mit minimiertem CO2-Fußabdruck. Daneben entwickelt ACI Systems ein Reinigungssystem für die trockene, selektive, automatisierte Reinigung in der Fertigung von Batteriesystemen, zur Erhöhung der Ausbeute durch minimierten Ausschuss sowie für einen sichereren Betrieb der Batteriesysteme.
Alumina Systems entwickelt Batteriezellen auf Basis der Na/NiCl2-Technologie und pilotiert ihre Fertigung. Diese Technologie soll eine nachhaltige, inhärent sichere und kosteneffektive Alternative darstellen, zu Lithium-basierten Technologien für die stationäre Stromspeicherung im privaten und industriellen Umfeld.
Die Cellforce Group entwickelt Hochleistungs-Batteriezellen in einer guten Qualität. Ziel des Vorhabens ist es, Zellen mit hoher Energiedichte bei gleichzeitiger Schnellladefähigkeit für hochwertige Automotive-Anwendungen zu erzeugen.
Elring Klinger will durch die Entwicklung und Industrialisierung eines innovativen Zellgehäusedesigns zu einer wettbewerbsfähigen, europäischen Batteriewertschöpfungskette beitragen. Durch das neuartige Design werden die Bauteilanzahl und -komplexität der Zellgehäuse und der notwendige Verbrauch an energieintensiven Rohstoffen wie Aluminium und Kupfer reduziert.
Stand: 08.12.2025
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Tesla hat sich die Entwicklung und Realisierung fortschrittlicher Herstellungs- und Recycling-Methoden von Li-Ionen-Batteriezellen auf die Fahnen geschrieben. Einerseits soll der ökologische Fußabdruck reduziert, andererseits die Stückkosten gesenkt werden; für Tesla der einzige Weg, die weltweite Transformation zu beschleunigen.