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Leichtbau Bio-Leichtbauteile aus Smudos Rennwagen gehen in Serie

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Der Rapper und Rennfahrer Smudo hat mit seinem Rennteam Four Motors Leichtbauteile aus Biofaserverbünden erprobt. Jetzt sollen die Bio-Leichtbauteile in Serie gehen – zuerst im neuen Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport.

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Die „Biotür“ des Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport.
Die „Biotür“ des Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport.
(Bild: Porsche)

Vor 13 Jahren gab Rapper und Rennfahrer Smudo sein Debüt mit dem ersten Rennwagen, der über eine Karosserie aus nachwachsenden Rohstoffen verfügte. Jetzt sollen die von Smudo und seinem Rennteam Four Motors erprobten Leichtbauteile aus Biofaserverbünden in Serie gehen: Der neue Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport soll das erste seriell gefertigte Rennfahrzeug mit Karosserieteilen aus einem Biofaser-Verbundwerkstoff sein.

Türen und Heckflügel aus dem Biofasermix

Im Januar stellte Porsche in Daytona den neuen Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport vor, das Nachfolgemodell des aktuellen Four Motors Bioconcept-Cars. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Die neuen Leichtbauteile aus Biofaserverbundwerkstoffen. Türen und Heckflügel des neuen 718 Cayman GT4 Clubsport seien serienmäßig aus dem Biofasermix gefertigt.

75 Prozent bessere CO2-Bilanz

Als erstes Rennteam deutschlandweit habe sich Four Motors 2006 auf Nachhaltigkeit im Motorsport spezialisiert und das erste Bioconcept-Car mit einer Biofaser-Karosserie eingesetzt. Das Unternehmen teilt mit, dass Teamchef Thomas von Löwis of Menar 2016 mit Porsche erstmalig einen Automobilhersteller als Projektpartner gewinnen konnte. Unter anderem auf Basis der vorhergehenden Bioconcept-Cars haben die Ingenieure von Porsche und die Faserexperten vom Fraunhofer WKI die Bioverbundwerkstoffe in den vergangenen zwei Jahren zur Serienreife geführt. Die Bauteile aus Pflanzenfasern seien nicht nur ähnlich leicht wie ihr Äquivalent aus Carbon, sie sollen auch durch positivere Produkteigenschaften überzeugen: Ein vorteilhaftes Splitterverhalten bei Crashbelastung, eine gute akustische Dämpfung und eine nahezu rückstandsfreie thermische Verwertung. Zudem werde bei der Herstellung von Pflanzenfasern erheblich weniger Energie verbraucht als bei Carbonfasern, was für eine etwa 75 Prozent bessere CO2-Bilanz sorge.

Entwicklung von umweltfreundlichen Autos fördern

Smudo, Thomas von Löwis und ihr Team unterziehen eigenen Angaben zufolge auch reraffinierte Motor- und Getriebeöle sowie einen E20-Biokraftstoff dem Härtetest bei den Langstreckenrennen am Nürburgring. Ein Kilometer auf der Nordschleife entspricht circa 20 Kilometern Straßenerprobung, sagt man. Die Ergebnisse sollen in die Weiterentwicklung der nachhaltigen Techniken einfließen.

Laut Four Motors wurde das Projekt „Bioconcept-Car“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe gefördert. Ziel sei nicht nur, nachwachsende Rohstoffe im Rennsport effektiv zu nutzen, sondern auch langfristig die Entwicklung von umweltfreundlichen Autos zu fördern und Denkanstöße zu geben.

Leichtbau-Gipfel

Noch mehr Leichtbau-Themen gibt es in Würzburg beim Leichtbau-Gipfel. Dort zeigen Experten in Fachvorträgen, Sessions und Live-Vorführungen, welche Schlüsselfunktion der Leichtbau auf dem Weg zum besseren Auto einnehmen kann.

Weitere Informationen zum Leichtbau-Gipfel

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