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Emissionen Biokraftstoffindustrie zum Klimaschutzbericht: „Ein Desaster mit Ansage“

| Redakteur: Thomas Günnel

Deutschland tut zu wenig, um CO2-Emissionen im Verkehrssektor zu senken – sagt Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie; und mahnt zur Technologieoffenheit.

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Die Bundesregierung hat den Klimaschutzbericht 2019 beschlossen.
Die Bundesregierung hat den Klimaschutzbericht 2019 beschlossen.
(Bild: Shell)

Nach Auffassung des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) zeigt der heute (19. August) von der Bundesregierung beschlossene Klimaschutzbericht 2019 die ernüchternde Wirklichkeit der deutschen Bemühungen zur Treibhausgasminderung im Verkehr.

„Der jetzt vorgelegte Klimaschutzbericht ist für den Verkehrsbereich ein Desaster mit Ansage“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB. Das Verfehlen der Klimaziele im Verkehr sei der Bundesregierung zur schlechten Gewohnheit geworden, stellt Baumann fest.

Wir brauchen optionale Kraftstoffe.

Treibhausgasemissionen: Anteil des Verkehrssektors steigt

Statt zu sinken, steigen die Emissionen im Mobilitätsbereich nach Angaben des aktuellen Berichts im Vergleich zu 2018 um über eine Million Tonnen auf 163 Millionen Tonnen. Da in anderen Sektoren der Treibhausgasausstoß sinkt, steigt der Anteil des Verkehrs an den Gesamtemissionen auf knapp 20 Prozent an.

Das deutsche Klimaschutzgesetz sieht für den Verkehrsbereich im kommenden Jahr eine Reduzierung der Emissionen auf 145 Millionen Tonnen CO2 vor. Auch danach soll der Ausstoß von Treibhausgasen im Mobilitätssektor weiter drastisch sinken. „Um diese enorm ehrgeizigen Ziele auch nur annähernd zu erreichen, müssen Biokraftstoffe als die bisher einzige in nennenswertem Umfang vorhandene Alternative zu fossilen Kraftstoffen durch weitere Optionen zügig ergänzt werden.“

Das sind Elektromobilität und mittel- bis langfristig auch Wasserstoff und andere strombasierte Kraftstoffe“, sagt Baumann. Und weiter: „Wir fordern für die Zukunft ein umfassendes Konzept für den Straßenverkehr mit konkreten Maßnahmen für eine Abkehr von fossilen Kraftstoffen.“ Die Bundesregierung müsse offen alle verfügbaren Antriebstechniken in Betracht ziehen, fordert der Verband. „Wenn erneuerbare Kraftstoffe weiterhin die lediglich untergeordnete Rolle spielen, die sie bisher einnehmen, werden die deutschen Klimaziele krachend verfehlt.“

Verkehr besser planen

Elmar Baumann, Geschäftsführer Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie.
Elmar Baumann, Geschäftsführer Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie.
(Bild: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie)

Konkret fordert Baumann eine stärkere Förderung von Biokraftstoffen. Die Beimischungsgrenzen sollten angehoben und die Treibhausgasquote erhöht werden. „Ohne diese Maßnahmen erscheint ein erneutes Verfehlen der Ziele auch in 2021 sehr wahrscheinlich.“ Unstrittig sei, dass neben neuen Antrieben und Kraftstoffen auch Verkehrsverlagerung und -vermeidung benötigt werden.

Im Jahr 2018 haben Biokraftstoffe nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung knapp zehn Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart. „Biodiesel, Bioethanol und Biomethan stellen derzeit rund 90 Prozent der Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor“, sagte Baumann im Juni.

Erneuerbare Energien haben bisher einen Anteil von etwas über fünf Prozent am Energieverbrauch im Verkehr. „Damit im Jahr 2030 die Klimaziele erreicht werden, muss sich der Anteil alternativer Kraftstoffe 20 Prozent erreichen. Dieser Wert gilt zusätzlich zur Elektromobilität“, sagte Baumann. „Ohne saubere Vorgaben für erneuerbare Kraftstoffe sowie verbindliche Abstimmungen mit Fahrzeugindustrie und Mineralölwirtschaft fährt Deutschland in die Klimasackgasse“, sagt Baumann.

Alle Informationen zum Klimaschutzbericht

Der aktuelle Klimaschutzbericht 2019 zum Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung

Download: Klimaschutzbericht 2019

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