Viele Autohersteller sparen und überdenken ihre Modellpalette. Trotzdem werden noch neue Nischen erschlossen. Das macht BMW mit dem 2er Gran Coupé und konkurriert damit mit dem Mercedes-Benz CLA.
Im März schickt BMW den 2er auch als viertürigens Gran Coupé gegen Daimlers CLA ins Rennen.
(Bild: BMW)
Die Zeit der fetten Jahre der Autoindustrie scheint zumindest vorübergehend vorbei zu sein: Hohe Investitionen in die Elektromobilität belasten die Bilanzen der Autohersteller und -zulieferer, und zum stagnierenden Westmarkt kommt nun auch noch das Chinageschäft ins Wanken. Um weiterhin profitabel zu arbeiten, müssen die Kosten gesenkt werden. Daimler beispielsweise hat jüngst angemerkt, dass man sich eventuell von dem ein oder anderen Modell verabschieden werde, und auch aus BMW-Kreisen ist das Gerücht zu hören, dass die Münchner sich vielleicht ganz aus dem Cabrio-Markt zurückziehen wollen. Zunächst aber wird das Portfolio noch weiter aufgefächert: Mit dem neuen 2er Gran Coupé bringt BMW im März abermals ein Derivat auf den Markt, das es so im Portfolio der Bayern bislang nicht gab.
Zwischen dem rund 3.500 Euro günstigerem 1er, dem zweitürigen 2er Coupé, das wohl kommendes Jahr neu aufgelegt wird und weiterhin mit Heckantrieb vorfahren soll, und der 3er Limousine scheint noch Platz zu sein für einen coupártigen Viertürer. Ansprechen soll der folglich all diejenigen, die kein Steilheck-Modell wollen, den Komfort von zwei extra Türen zu schätzen wissen – wenngleich die Rückbank eher als bessere Ablage denn als Sitzgelegenheit für drei weitere Passagiere dient – und die sich etwas dynamischer fühlen wollen, als sie das vielleicht im rund 5.000 Euro teureren Dreier täten. Dass der BMW damit genau auf die Kunden zielt, die bislang auf den Mercedes CLA ausweichen mussten, ist offensichtlich. Große Erfolgschancen wittern die Münchner in den USA, wo der klassische 1er gar nicht angeboten wird; eine Kannibalisierung ist hier ausgeschlossen. Aber auch in Europa und China soll sich die flache Limousine bald zuhauf auf den Straßen tummeln.
Ob sie das tun wird, entscheiden am Ende freilich die Kunden. Und ginge es nur um Fahrspaß, High-Tech oder gute Motoren, wäre dem Gran Coupé der Erfolg sicher gewiss. Nicht unwichtig bei einer mindestens 31.950-Euro-Investition ist aber das Design des 4,53 Meter langen 2ers – und hier scheiden sich die Geister: Die einen sind begeistert von der bulligen Front und dem knackigen Heck, die anderen finden die Proportionen des Viertürers unharmonisch. Zu gedrungen, zu kurz ist das Gran Coupé, dem 20 bis 30 Zentimeter mehr Länge guttäten. Nur: Dann wäre er kein 2er mehr, sondern ein 3er beziehungsweise 4er.
Neue Technik im alten Cockpit
Bleiben wir noch kurz beim Design und werfen einen Blick nach innen: Das Gran Coupé wartet auf Wunsch mit digitalen Instrumenten auf, und natürlich gibt es ein Infotainment-System mit großem Touchscreen und den modernsten Technik-Spielereien; kabellose Apple-Carplay-Anbindung, Sprachassistent und Gestensteuerung sind nur wenige Beispiele. Aber: Am Ende sieht das eng mit dem 1er verwandte Cockpit immer noch so aus, wie BMW-Cockpits seit Jahren aussehen. Das mag die Traditionalisten erfreuen, wer sich allerdings eine schöne, neue Multimedia-Welt wünscht, wird eher beim MBUX-Bediensystem von Mercedes fündig.
Hat man sich für den 2er entschieden, steht der Freude am Fahren allerdings nicht mehr viel im Weg. Und auch wenn viele den Frontantrieb, der ihn als Familienmitglied der Kompakt-Reihe identifiziert, verteufeln: Im Alltag dürfte damit kaum einer an die Dynamik-Grenzen stoßen. Schließlich nutzt BMW hier die gleiche Technik wie im 1er und packt den Schlupfregler weg vom DSC-Controller und direkt ins Motorsteuergerät. Das reduziert den Weg der Datenübertragung um ein Drittel, die auf der Straße spürbaren Eingriffe dagegen geschehen sogar zehnmal so schnell wie sonst. Auf trockenem Asphalt lassen sich die Vorderräder kaum zum Scharren bringen und der 2er zieht flott und präzise seine Bahnen. Allerdings kommt das System bei Nässe an seine Grenzen, zumindest wenn die 400 Newtonmeter des 220d schlagartig über die Vorderachse herfallen.
Topversion mit 306 PS und Allradantrieb
Davon abgesehen ist der Zweiliter-Diesel aktuell vielleicht die beste Wahl: Er hat mit 140 kW/190 PS genug Wumms unter der Haube, um auch bergauf noch flott zu überholen, und ist an eine geschmeidige und trotzdem superschnell schaltende Achtgang-Automatik gekoppelt. Auch der Verbrauch geht, selbst wenn aus den versprochenen viereinhalb Litern bei ambitionierter Fahrt am Ende sechseinhalb werden, in Ordnung. Und zu guter Letzt ist der „220d“ mit mindestens 39.900 Euro zwar kein Schnäppchen, gegenüber der Spaß-Alternative M235i aber trotzdem günstig.
Stand: 08.12.2025
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Das Top-Modell mit Zweiliter-Turbo-Benziner kostet stolze 51.900 Euro, spielt aber mit 225 kW/306 PS auch in einer anderen Liga. Etwaigen Traktionsproblemen begegnet BMW hier mit serienmäßigem Allradantrieb per Lamellen-Kupplung. Zusammen mit dem tiefer gelegten M-Sportfahrwerk, einem mechanischen Sperrdifferenzial an der Vorderachse, der sportlicheren Lenkung und einer bissigeren Bremse kann man es mit dem M235i also richtig krachen lassen. Am anderen Ende der Preisliste steht der 218i, der als einziger mit Handschalter vorfährt. Sein 1,5-Liter-Dreizylinder entwickelt 103 kW/140 PS und 220 Newtonmeter, die vor allem den City-Cruisern unter den 2er-Kunden völlig ausreichen dürften.
Weitere Motorvarianten folgen
Der ebenfalls mit Allrad ausgestattete 228i bleibt den europäischen Kunden verwehrt, aber auch bei uns will BMW weitere Motoren nachreichen: Der 141 kW/192 PS starke 220i dürfte gesetzt sein und könnte optional auch mit 4x4-Technik kommen. Ob BMW die auch für den Diesel nachreicht, ist noch genauso offen, wie eine Plug-in-Hybrid-Variante; die gibt es bereits im X1 und im 2er Active Tourer, die die gleiche Plattform nutzen. Bestätigt ist immerhin, dass demnächst auch die 48-Volt-Hybridisierung in der Kompaktklasse Einzug hält.