Anbieter zum Thema
Lüften Sie schon ein wenig den Schleier?
Es geht nicht nur um Anlagen oder Maschinen. Eines der größten Veränderungsfelder ist meines Erachtens die Art und Weise, wie Menschen und Maschinen künftig zusammenarbeiten. Heute sind wir stolz, im Karosseriebau auf möglichst wenig Fläche möglichst viele Roboter unterzubringen. Aber ist das wirklich die Zukunft?
Was wäre eine Alternative?
Die moderne Steuerungstechnik kann uns unterstützen, die bislang starre Abgrenzung von Menschenarbeitsbereichen und Maschinenarbeitsbereichen aufzulösen. Ich glaube, die Zukunft liegt in deren sinnvollen und effizienten Verknüpfung. Dieses Zusammenspiel von Maschine und Mensch, das weit über das hinausgeht, was wir heute realisieren können, kann uns nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten neue Perspektiven eröffnen. Je früher, desto besser.
Jüngste Studien prognostizieren für den Markt der Premium-Fahrzeuge ein Wachstum von bis zu 50 Prozent bis 2020 – bei schrumpfenden Margen. Wird „low cost“ dann auch in der Premium-Welt zum Muss?
Es kann nicht um ja oder nein zu low cost gehen. Der Premium-Markt lebt von der Attraktivität der Fahrzeuge für die Kunden. Das geht weit über das Design hinaus. Im Fokus stehen technischer Anspruch, Technologien der Zukunft und in zunehmenden Maße die Frage der Nachhaltigkeit, auch als Strategie für das gesamte Unternehmen.
Den effizientesten Weg zu wählen, ist dem untergeordnet.
Er kann und darf gerade im Premium-Segment auf keinen Fall der Treiber sein. Im Vordergrund muss stehen: Welche Eigenschaften muss ein Fahrzeug bieten? Was muss es in Zukunft können und was brauchen wir dafür an Technologien, an neuen Werkstoffen, an neuen Konzepten?
Aber doch nicht um jeden Preis?
Nehmen Sie das Beispiel Elektromobilität. Was meinen Sie: Wird zuerst der Druck auf die Kosten wachsen oder der Druck auf die Reichweite? Ich glaube, die Reichweite bestimmt die Attraktivität. Hier müssen wir zuerst die Ansprüche und Erwartungen der Kunden erfüllen. Dass man bei der Umsetzung dann den wirtschaftlichsten Weg wählt, ist selbstverständlich. Das Interview führte Tina Rumpelt.
(ID:33361710)