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Elektromobilität Bosch investiert in die Batterieforschung

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Schon 2020 sollen Bosch-Batterien mehr als doppelt so viel Energie speichern können und dabei deutlich weniger kosten, weswegen das Unternehmen 400 Millionen Euro investiert.

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Dr. Thorsten Ochs arbeitet in der zentralen Forschung und Vorausentwicklung von Bosch an der Batterie der Zukunft.
Dr. Thorsten Ochs arbeitet in der zentralen Forschung und Vorausentwicklung von Bosch an der Batterie der Zukunft.
(Foto: Bosch)

Ab 2020 sollen Batterien für Elektrofahrzeuge von Bosch kostengünstiger und gleichzeitig leistungsstärker sein. Zudem erwartet das Unternehmen, dass in den kommenden zehn Jahren rund 15 Prozent aller Neufahrzeuge einen elektrifizierten Antrieb haben sollen. Um diese Nachfrage zu bedienen will Bosch rund 400 Millionen Euro in die Forschung investieren. „Für die breite Akzeptanz der Elektromobilität benötigen wir eine nutzbare Energie von 50 Kilowattstunden bei einem Mittelklassefahrzeug“ erklärt Dr. Thorsten Ochs, Leiter des Forschungsbereichs Batterietechnologie, am neuen Bosch-Forschungscampus Renningen. Klassische Bleibatterien ohne Verkabelung und Halterung kommen da auf ein Gewicht von 1,9 Tonnen. Lithium-Ionen-Batterien dagegen speichern die dreifache Menge an Energie pro Kilogramm.

Gewicht runter, Leistung rauf

Die Batterie eines aktuellen Elektroautos soll im besten Fall bei 230 Kilogramm Gewicht etwa bis zu 30 Kilowattstunden leisten. Um mit dieser Energiedichte auf die gewünschten 50 Kilowattstunden zu kommen, wäre mindestens eine 380 Kilogramm-Batterie nötig. Bosch plant aber eine 190 Kilogramm leichte Batterie mit einer Leistung von 50 Kilowattstunden. Zusätzlich soll der Akku innerhalb kürzerer Zeit wieder aufladbar sein. „Unsere neuen Batterien sollen in weniger als 15 Minuten auf 75 Prozent geladen werden können“ erklärt Ochs.

Japanische Joint Ventures

Zusätzlich hat Bosch ein Joint Venture mit GS Yuasa und der Mitsubishi Corporation gegründet, um die Lithium-Ionen-Batterieforschung voran zu treiben. Mit dem Kauf des US-amerikanischen Start-Ups Seeo Inc. verfügt Bosch darüber hinaus auch über Know-how bei der Umsetzung neuartiger Festkörperbatterien. Sie kommen ohne flüssigen Elektrolyten aus, der in herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus enthalten ist und dort unter ungünstigen Bedingungen zu Sicherheitsproblemen führen kann.

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