Lifecycle von Lithium-Ionen-Batterien Circunomics: Weitere Investoren sichern Finanzierung

Redakteur: Claus-Peter Köth

Das Start-up für das Second Life und Recycling von Lithium-Ionen-Batterien hat weitere Investoren gefunden. Bis 2025 sollen auf einer Cloud-Plattform bis zu 1,2 Millionen Batterien gehandelt werden.

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Die Gründer von Circunomics (v. l.): Cesar Prados, CTO; Patrick Peter, CEO; Sebastiaan Wolzak, COO.
Die Gründer von Circunomics (v. l.): Cesar Prados, CTO; Patrick Peter, CEO; Sebastiaan Wolzak, COO.
(Bild: Miga & Mike, Frankfurt)

Circunomics hat seine zweite Finanzierungsrunde in der Höhe von knapp zwei Millionen Euro abgeschlossen. Nach Kalodion sind jetzt auch Circularity Boost aus München und TES, Sustainable Technology Solutions, aus Singapur Investoren. Das frisch gewonnene Kapital nutzt das Unternehmen, um das Entwicklungsteam zu verstärken. Mit TES hat Circunomics überdies eines der weltweit führenden Unternehmen der Kreislaufwirtschaft gebunden und einen Partner mit einem globalen Marktzugang gewonnen.

Circular Marketplace

„Unser Ansatz ist eine Plattformwirtschaft. Wir liefern analytische und prädiktive Daten zum Zustand eines Batteriepacks und helfen bei der Vermarktung über unseren Circular Marketplace. Unsere Plattform bietet ein sicheres Datenumfeld, wodurch sich der Aufwand unter anderem in Bezug auf physisches Testing und Matching bei Second Life massiv reduzieren lässt“, sagt Patrick Peter, Gründer und CEO von Circunomics.

„Aktuell sehen wir am Markt schon viele Batteriepacks, etwa aus Testflotten und Rückrufaktionen. Und obwohl die EU ab 2026 fordert, dass zum Beispiel 90 Prozent des verwendeten Kobalts, Nickels und Kupfers recycelt werden, liegt die aktuelle Recyclingrate von Batterien noch nicht einmal bei zehn Prozent.“

Neuer Milliarden-Markt

Die EU pusht die Mobilitätsindustrie mit neuen Batterie-Regularien zu Wiederverwertung und Recycling. Nicht zuletzt deshalb erwarten Experten bis 2030 im End-of-Life-Markt von großformatigen Batterien ein Volumen von bis zu 30 Milliarden Euro. Und auch immer mehr Autohersteller sprechen von Plänen zu einer Kreislaufwirtschaft. Wie das genau aussehen soll, ist jedoch größtenteils unklar. Circunomics will das ändern. Google zählt das Unternehmen zu den Top-5 Start-ups weltweit im Bereich der Kreislaufwirtschaft.

„Wir operieren weltweit und haben eine riesige Erfahrung im Lifecycle-Management von Elektronik und IT-Produkten. Insofern ist das Invest in Circunomics für uns ideal – denn es geht weniger um Recycling als um das Lifecyle-Management von Lithium-Ionen-Batterien“, erklärt etwa Thomas Holberg, Global Vice President of Battery Operations von TES, das Engagement.

Zudem verfüge TES in Grenoble und Singapur über zwei der modernsten Einrichtungen zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Dort ließen sich mit mechanisch-hydrometallurgischen Verfahren bis zu 90 Prozent des eingesetzten Materials wiedergewinnen, bei einer Produktreinheit von 99 Prozent etwa bei Kobalt und Lithium.

Hinter Circularity Boost stehen Experten aus dem Transport-, Mobilitäts- und Tranformationsbereich, die zuvor als Vorstände großer Mobilitätsunternehmen und Partner in Top-Management-Beratungen tätig waren; und Erfahrung zur Kreislaufwirtschaft mitbringen. Investoren der ersten Finanzierungsrunde sind Peter Mertens, Ex-Audi- und Volvo-Vorstand, The Blue Minds Company in Wien, die Hüsges-Gruppe in Willich und Next Mobility Labs in Mainz.

Über Circonomics

Die Circunomics GmbH wurde 2019 gegründet. Das Unternehmen will ein Kreislaufsystem für Batterien aus Elektrofahrzeugen oder anderen Quellen mit hoher Kilowattstundenzahl etablieren – von der Erst- und Zweitverwendung bis zum Recycling der Rohstoffe. Auf einer Cloud-Plattform können Akkupakete in Form von digitalen „Circular Twins“ registriert, verfolgt und bis zur endgültigen Verwertung gehandelt werden.

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