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CO2-Reduzierung: Wer trägt die Kosten?

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Hochvolt-Technik steigert Kosten

Die teure Hochvolt-Technik mit Spannungen von weit mehr als 200 Volt treibt die Kosten in die Höhe. Etwa der Golf GTE 1.4 TSI Plug-in-Hybrid 110 kW/150 PS zeigt das: Sein Grundpreis liegt bei 36.900 Euro, der des leistungsgleichen Golf 1.4 TSI ACT in der hohen Ausstattungsstufe Lounge, bei 28.325 Euro. Macht fast 8.500 Euro Aufpreis. Doch gibt es für Pkw der Golf- und Mittelklasse deutlich kostengünstigere Lösungen als Vollhybride und solche mit Plug-in-Technik um den CO2-Ausstoß zu drosseln, betont Gutzmer vom Autozulieferer Schaeffler: etwa die 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik. Bei der Schaeffler-Lösung, die zusammen mit Continental entwickelt wurde, arbeitet eine kleiner dimensionierte 48-Volt-Elektromaschine als zweiter Motor mit 14 kW19 PS Leistung und 135 Newtonmeter Maximaldrehmoment. Sie übernimmt gleichzeitig Starter- und Generatorfunktion und ersetzt die Lichtmaschine. Kostendrückend wirkt auch, dass durch die Spannungsabsenkung Maßnahmen für den Berührungsschutz unnötig werden, zudem benötigen Mechaniker zur Wartung keine spezielle Hochvolt-Ausbildung.

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Vergleichsweise günstiger Mild-Hybrid

Der E-Motor ist durch einen Riementrieb mit der Kurbelwelle des Benziners verbunden und gewinnt so beim Bremsen Energie zurück (Rekuperation), die in die 48-Volt-Akkus fließt. Beim sogenannten „Coasting" (Segeln), eine verfeinerte Form der Rekuperation, schaltet den Motor während der Fahrt ab, sobald festgestellt ist, dass das Auto seine Geschwindigkeit alleine durch das Rollen beibehalten kann. Geht der Fahrer jedoch wieder aufs Gas oder tippt auf die Bremse, springt der Motor wieder an. Rekuperieren, Boosten und Segeln können auch andere – doch macht das der 48-Volt-Mild-Hybrid offenbar besonders gut. „Allein beim Rekuperieren und Boosten erzielen wir rund 15 Prozent Verbrauchseinsparungen“, sagte Gutzmer, wobei im realen Betrieb sogar mehr als 20 Prozent drin sein könnten.

Der Knackpunkt aber sind die vergleichsweise niedrigen Kosten: Für die 48-Volt-Mild-Hybrid-Ausrüstung sprach Gutzmer lediglich von Mehrkosten, wie sie üblicherweise beim Diesel gegenüber einem Benziner anfallen – also rund 2.000 Euro bis 3.000 Euro. Die Entwicklung von Schaeffler und Continental soll nächstes Jahr bei einem europäischen Pkw-Hersteller in Serie gehen und wird dann Wirkung und Kostenrelation in den Blick der Autokäufer rücken.

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