Vitesco Conti erholt sich nach holprigem Spin-Off-Börsendebüt

Autor / Redakteur: dpa/jr / Nick Luhmann

Der frühere Problemfall im Conti-Konzern hat sich im Zuge des Börsengangs zu einem aussichtsreichen Wachstumskandidaten gemausert. Dementsprechend zeigen die ersten Daumen von Analysten durchweg nach oben.

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Vitesco-Werk in Debrecen/Ungarn
Vitesco-Werk in Debrecen/Ungarn
(Bild: Vitesco)

Nach dem durchwachsenen Börsenstart von Vitesco am Vortag haben am Freitag die Aktien des Antriebstechnik-Spezialisten und die Papiere der Muttergesellschaft Continental zugelegt. Die Conti-Anteilsscheine gewannen am frühen Nachmittag zwei Prozent auf 97,18 Euro und waren damit Spitzenreiter im Dax. Die Vitesco-Titel verteuerten sich um 3,9 Prozent auf 61,57 Euro.

Am Donnerstag waren Continental zum Handelsschluss auf 94,89 Euro abgerutscht. Rein optisch bedeutete dies wegen des Abschlags für die ausgegebenen Vitesco-Aktien ein Minus von rund 16,1 Prozent. Um die Abspaltung bereinigt, errechnete sich ein geringerer Abschlag von rund sechs Prozent.

Der erste Kurs des Börsenneulings Vitesco lag tags zuvor bei 59,80 Euro. Danach gab es eine Berg- und Talfahrt in der Spanne von 56 Euro bis knapp 67 Euro. Am Abend beschloss die Aktie den Xetra-Handel mit 58,90 Euro.

Durchgehend „Buy“

Unterdessen gibt es zu Wochenschluss bereits erste Analystenstudien zu Vitesco, allesamt mit Kaufempfehlungen für die Aktien. So nahm die Bank of America die Bewertung bei einem Kursziel von 85 Euro mit „Buy“ auf.

Die ehemalige Conti-Powertrain-Sparte befinde sich im Elektrifizierungs-Wandel und könnte in der Branchenkonsolidierung eine aktive Rolle spielen, glaubt Analyst Michael Jacks.

Die Deutsche Bank startete die Vitesco-Abdeckung mit „Buy“ und einem Kursziel von 72 Euro. Das Kerngeschäft verspreche ordentliches Umsatz- und Ergebniswachstum, frohlockte Analyst Christoph Laskawi. Gerade das Thema Elektrifizierung sei mittelfristig eine enorme Triebfeder.

Die Schweizer Großbank UBS stufte die Papiere erstmals mit „Buy“ und einem Kursziel von 80 Euro ein. Vitesco biete eine Kombination aus hohem Margenpotenzial und solidem Free Cashflow – das Ganze zu einem deutlichen Bewertungsabschlag auf die Papiere der Konkurrenz, betonte Analyst David Lesne.

Einmal Vitesco für fünf Conti-Aktien

Im Zuge des Spin-offs der Vitesco Technologies hatte zuvor jeder Aktionär der Continental AG für fünf Aktien jeweils eine Aktie von Vitesco erhalten. Größter Einzelaktionär des Börsenneulings ist die Familie Schaeffler, die etwa 46 Prozent der Anteile hält.

Vitesco mit Hauptsitz in Regensburg beschäftigt aktuell knapp 40.000 Mitarbeiter an rund 50 Standorten weltweit.

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