Kryogenes Gas Cryomotive fertigt Tanks für tiefkalten Wasserstoff

Von Thomas Günnel

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Tiefkalter Wasserstoff soll kurze Tankzeiten und hohe Reichweiten für Lkw ermöglichen. Um das Tanksystem herzustellen hat das Unternehmen Cryomotive ein Entwicklungszentrum in Bayern eröffnet.

Am 9. Dezember hat Cryomotive sein Entwicklungszentrum für Tanksysteme für tiefkalten Wasserstoff in Pfeffenhausen eröffnet.
Am 9. Dezember hat Cryomotive sein Entwicklungszentrum für Tanksysteme für tiefkalten Wasserstoff in Pfeffenhausen eröffnet.
(Bild: Cryomotive)

Das Start-up Cryomotive hat am 9. Dezember sein Entwicklungszentrum für Wasserstoff-Tanks im niederbayerischen Pfeffenhausen eröffnet. Hier entwickelt, fertigt und montiert das Unternehmen ab sofort erste Prototypen für Cryogas-Wasserstofftanks für Nutzfahrzeuge, Busse und Schiffe.

Cryomotive verfügt am Standort über eine Wickelanlage und Öfen, um Carbonfaser-verstärkte Wasserstoffdrucktanks herzustellen, die sich für tiefkalte Temperaturen eignen. Tiefkalt heißt hier: zwischen -240 Grad Celsius und circa -100 Grad Celsius. Gespeichert wir das Gas bei bis zu 400 Bar.

Folgen werden in Pfennenhausen laut eines Unternehmenssprechers „Montageeinrichtungen zur Isolation, Zusammenbau, Verkabelung und Steuerungsapplikation, sowie Instrumentierung für die Testung“. Das Unternehmen vereint damit in Pfeffenhausen die Inhouse-Fertigung von Druckbehältern für kryogene Gasspeicherung mit der Montage ganzer Tanksysteme für Nutzfahrzeuge. Entstehen soll zudem eine lokale Wertschöpfungskette in der Zulieferindustrie für die entsprechenden Komponenten.

Was ist besonders am Cryogas-Tanksystem?

Die Wasserstoff-Tanksysteme des Unternehmens ermöglichen nach Angaben des Sprechers „Langstrecken-Lkw mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb oder Wasserstoff-Verbrennungsmotoren bis zu 1.000 km Reichweite pro Tankfüllung bei einer Betankungszeit von 10 bis 15 Minuten“.

Cryogas ist ein kryogenes Druckgas mit sehr hoher Dichte. Es kann aus flüssigem oder gasförmigem Wasserstoff erzeugt werden. Die Technik kann auf bestehende gasförmige Wasserstoffinfrastruktur aufsetzen und neu entstehende Flüssigwasserstoff-Infrastruktur für Nutzfahrzeuge nutzen.

Kurzfristig entstehen laut Unternehmen am Standort Pfeffenhausen bis zu zehn Arbeitsplätze. Mittelfristig prognostiziert Cryomotive einen Bedarf von 25 bis 30 Entwicklungsingenieure, Fertigungstechniker und Prüfstandsexperten. Das Unternehmen will die Prüfstände des nationalen Wasserstoff-Innovations- und Technologiezentrums nutzen. Das wurde geplant vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und wird ebenfalls in Pfeffenhausen entstehen.

Was ist das Projekt „Cryotruck“?

Im Projekt Cryotruck entwickelt Cryomotive ein Cryogas-Wasserstoffspeichersystem und seine Kernkomponenten und erprobt sie mit MAN Truck and Bus und Clean Logistics. Außerdem stellt das Start-up eine Versuchstankstelle mit einem neu entwickeltem Betankungssystem für den Erprobungsbetrieb bereit.

Das Projekt Cryotruck wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das BMDV gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert, Anträge werden durch den Projektträger Jülich (PtJ) bewilligt.

Über Cryomotive

Cryomotive wurde im Jahr 2020 gegründet, um Wasserstoff-Tank- und Wasserstoff-Betankungstechnik mit hoher Dichte und Kapazität zu entwickeln und ab 2025 zur Marktreife zu bringen. Ein Entwicklungsschwerpunkt ist dabei die kryogene Druckwasserstoffspeicherung Cryogas. BMW hatte sie bereits in einer Vorstufe als CcH2 „Kryodruckgasspeicherung“ unter Leitung eines Cryomotive-Gründers entwickelt und demonstriert.

Förderung über 9,8 Millionen Euro

Zeitgleich mit der Eröffnung des Entwicklungszentrums wurde erhielt Cryomotive am 9. Dezember vom BMDV einen Förderbescheid für das Verbundprojekt „CryoTRUCK“. Hier entwickelt und erprobt Cryomotive gemeinsam mit MAN Truck & Bus, Clean Logistics, IABG und drei Lehrstühlen der Technischen Universität München ein erstes Cryogas-Wasserstoff-Tanksystem für Wasserstoff-Lkw im Fernverkehr. Der Zuwendungsbescheid über 9,8 Millionen Euro folgt auf eine Inaussichtstellung von Förderung durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV).

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