Nach Aufspaltung Daimler-Chef Källenius macht Tempo bei selbstfahrenden Autos

Quelle: dpa

Daimler benennt sich in Mercedes-Benz Group um - und macht damit die Konzentration auf das Geschäft mit Autos und Vans deutlich. Laut Vorstandschef Källenius gibt es trotz Chipkrise gute Aussichten.

Anbieter zum Thema

Daimler-Chef Ola Källenius sieht nach der Abspaltung des Lkw-Geschäfts gute Perspektiven für das verbliebene Geschäft mit Autos und Vans.
Daimler-Chef Ola Källenius sieht nach der Abspaltung des Lkw-Geschäfts gute Perspektiven für das verbliebene Geschäft mit Autos und Vans.
(Bild: Daimler)

Selbstfahrende Autos bieten nach den Worten von Daimler-Chef Ola Källenius gute Aussichten für das Geschäft von Mercedes. „Autonomes Fahren ist ein unglaubliches Potenzial für die Zukunft“, sagte Källenius am Freitag (28. Januar) in einem Onlinegespräch mit Journalisten. Er wies darauf hin, dass der Stuttgarter Hersteller hochautomatisiertes Fahren in Serien-Luxuslimousinen der S-Klasse ermöglichen werde und damit Branchenpionier sei. Dass Kunden künftig mehr davon haben wollten, sei für den Autobauer „glasklar“.

Autonomes Fahren ist ein großes Branchenthema. Der VW-Konzern und der große Zulieferer Bosch hatten unlängst angekündigt, auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto die nächsten Schritte gemeinsam anzugehen. Bei Mercedes können künftig Fahrerinnen und Fahrer von bestimmten S-Klasse-Autos beispielsweise bei Staus auf bestimmten Autobahnabschnitten die Verantwortung an das Fahrzeug übergeben, hatte es Ende vergangenen Jahres geheißen.

Erstmals in der über 130-jährigen Geschichte des Automobils übernehme das Fahrzeug unter bestimmten Voraussetzungen „die dynamische Fahraufgabe“, lautete die Einschätzung des Herstellers.

„Erhebliches Wachstumspotenzial“ bei Mercedes

Källenius sieht nach der Abspaltung des Lkw-Geschäfts gute Perspektiven für das verbliebene Geschäft mit Autos und Vans. „Wir haben erhebliches Wachstumspotenzial in der Marke Mercedes.“ Auf den Versorgungsengpass mit Halbleitern, der die gesamte Branche betrifft, ging der Topmanager wegen der baldigen Bilanzpressekonferenz am 24. Februar nicht im Detail ein. Daimler-Vorstand Markus Schäfer hatte Monatsbeginn gesagt, der Mangel werde im ersten Halbjahr andauern, in der zweiten Jahreshälfte könnte sich die Lage dann etwas entspannen.

Daimler hatte Daimler Truck im Dezember abgespalten, es zu einem selbstständigen Unternehmen gemacht und an die Börse gebracht. Die verbliebene Daimler AG werde an diesem Dienstag (1.2.) in Mercedes-Benz Group AG unbenannt, sagte Källenius und bestätigte damit frühere Unternehmensankündigungen. Der Hersteller konzentriere sich auf Pkw und Vans. Intern werde die Umbenennung bereits am Samstag vollzogen, da der Autopionier Carl Benz vor genau 136 Jahren – also am 29. Januar 1886 – das Patent für den ersten Motorwagen eingereicht habe.

Mitsprache im Batterie-Joint-Venture

Källenius sagte, Mercedes-Benz werde als Aktionär an Entscheidungen des Batteriezell-Joint-Ventures Automotive Cells Company (ACC) beteiligt sein. Daimler hatte im vergangenen Jahr angekündigt, bei ACC einzusteigen – dort sind auch der europäische Autohersteller Stellantis (Fiat, Peugeot) und der Energiekonzern Total Energies vertreten.

Für die Batteriefertigung werde es zwei Werke geben, in Kaiserslautern und im nordfranzösischen Douvrin. Es gebe zurzeit keine Entscheidung für eine weitere Fabrik, sagte Källenius. Das Mercedes-Benz-Geschäft soll in Zukunft auf elektrisches Fahren ausgerichtet werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts wollen die Stuttgarter vollelektrisch werden, überall dort, wo es „die Marktbedingungen zulassen“.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:47964775)