Zuliefererstudie

Deutsche Zulieferer führend

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Kurzinterview: Dr. Jan Dannenberg

Dr. Jan Dannenberg, Geschäftsführender Partner der Berylls Strategy Advisors GmbH.
Dr. Jan Dannenberg, Geschäftsführender Partner der Berylls Strategy Advisors GmbH.
(Foto: Berylls)

Inwieweit lassen sich die Zulieferer aus Europa, Nordamerika und Asien aufgrund der Strukturunterschiede vergleichen?

Die Unterschiede nehmen kontinuierlich ab. In den USA gab es in der Vergangenheit enge Lieferbeziehungen zwischen ausgelagerten, ehemaligen Komponentenwerken (Visteon, Delphi, American Axle…) und den „Big Three“; die japanischen Zulieferer waren sehr stark durch ihre Keiretsus geprägt, und die deutschen Player standen immer für Mittelstand und Vielfalt. Das hat sich grundlegend geändert. Durch die Globalisierung sind alle Zulieferer gezwungen, in den Kernregionen des Automobilbaus präsent zu sein – mit eigener Wertschöpfung in der Produktion und in der Entwicklung.

Wie viele Automobilzulieferer wird es 2020 noch geben? Wie ­viele neue Unternehmen kommen dazu?

2012 hat es nur wenige Übernahmen gegeben. Die Konzentration hat eher stagniert. Berylls sieht jedoch Anzeichen, dass das Interesse an größeren Akquisitionen 2013/14 steigen wird. Daher lautet unsere Prognose nach wie vor, dass wir von derzeit weltweit 3.300 Automobilzulieferern auf etwa 2.500 im Jahr 2020 zurückgehen werden. Neue Unternehmen kommen in erster Linie aus der Elektronik, Softwareentwicklung, Energiespeicherung und Connectivity sowie aus den Regionen China und Korea. Insgesamt wird die Zulieferlandschaft internationaler und bunter.

Welche Veränderungen sehen Sie in der Zuliefererpyramide?

Die großen Verschiebungen zwischen OEM, Tier 1, Tier 2 und Tier 3 sind vorbei. In der Entwicklung wird heute bereits in Teams gearbeitet, bei denen zwischen den einzelnen Zulieferstufen nicht mehr unterschieden wird. Zudem definieren die Zulieferer exakt, welche im Wettbewerb notwendigen Kerntechnologien und -fähigkeiten „inhouse“ sein müssen und wie sie damit Geld verdienen können. Die Folge ist, dass die Mehrzahl der Zulieferer auf Tier-1-, 2- und 3-Ebene gleichzeitig aktiv ist. In der Konsequenz bedeutet das, dass Zulieferketten künftig eher eine logistische Bedeutung haben. Für den Erfolg eines Lieferanten ist die Position in der Zulieferpyramide hingegen irrelevant.

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