Zuliefererstudie

Deutsche Zulieferer führend

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Amerikaner verlieren weiter an Boden

Jenseits des Ozeans sieht es nämlich ganz anders aus: Der Verlust an Marktanteilen und Wettbewerbsfähigkeit hat sich bei den amerikanischen Zulieferern beschleunigt. Gegenüber 2011 haben die 23 amerikanischen Unternehmen im Durchschnitt einen Rang eingebüßt. Der Gesamtumsatz im Automotive-Zuliefergeschäft ist um -3,9 Prozent auf 140,5 Milliarden Euro gesunken. Die Rendite lag mit 7,1 Prozent vom Umsatz auf Durchschnittsniveau aller globalen Top-100-Player. Und das, obwohl in Nordamerika die Fahrzeugproduktion im letzten Jahr um 17,2 Prozent auf 15,8 Millionen Einheiten („cars“ und „trucks“) gestiegen ist.

Heute ist der einzig verbliebene Player unter den globalen Top 10 Johnson Controls auf Platz 9 – im Jahr 2000 kamen noch sechs der zehn größten Zulieferer aus den USA. Selbst Konzerne mit hohem und sicherem Aftermarket-Geschäft, wie Goodyear, oder Technologieführer wie BorgWarner bei Turboladern und Doppelkupplungsgetrieben, enttäuschten im Jahr 2012 mit stagnierenden oder rückgängigen Umsätzen.

Koreaner mit stärksten Umsatzzuwächsen

Szenenwechsel Asien: Die koreanischen Automobilzulieferer (Hyundai Mobis, Mando und Hankook Tires) konnten 2012 weltweit die stärksten Umsatzzuwächse verzeichnen. In den vergangenen zwei Jahren legten sie insgesamt um 46,6 Prozent zu – und das bei Renditen von durchschnittlich 9,5 Prozent.

Übersicht der weltweit größten 100 Automobilzulieferer

„Bei den koreanischen Zulieferern spiegelt das Wachstum nicht nur die enge Beziehung zu Hyundai/Kia wider. Mobis, Mando und Co. haben im Zuge der Übernahmen von DaeWoo Motors durch GM sowie Samsung Motors durch Renault-Nissan Zugang zu zwei der größten OEMs der Welt erhalten. Sie drängen in alle relevanten Automobilregionen“, sagt Andreas Radics, Partner und Co-Autor der Studie. Die weltweite Nummer sieben der Branche, Hyundai Mobis, ist mit 2,5 Milliarden Euro Umsatz in Europa, 4,0 Milliarden Euro in den USA und 6,0 Milliarden Euro in China ein echter Global Player. „65 Prozent des Geschäftes von Hyundai Mobis werden heute außerhalb des koreanischen Heimatmarktes getätigt“, ergänzt Radics.

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Positiver Ausblick für die Top 100

In der Studie wurden zudem die Erwartungen für das Jahr 2013 von etwa 40 Zulieferern weltweit analysiert. Die Prognosen liegen sehr homogen in einer Bandbreite zwischen vier und fünf Prozent Umsatzwachstum bei gleichbleibenden bis leicht steigenden operativen Ergebnissen. Weltweit wird mit einer Zunahme der Produktion zwischen ein und drei Prozent gerechnet.

Fazit: Für die deutschen Top-100-Lieferanten deutet sich ein weiteres Rekordjahr an. Wie aber sieht es in der Breite aus?

„Die europäische Absatzflaute hat bislang nur Zulieferer getroffen, die stark von PSA, Renault oder Fiat abhängig sind – das ist bei der Mehrzahl der deutschen Mittelständler nicht der Fall. Sie haben die guten Jahre 2010 bis 2012 genutzt, um notwendige Investitionen in Serienentwicklungen, neue Auslandswerke und in Umsatzwachstum zu tätigen. Reicht das aus? Vermutlich nicht. Denn der permanente Preisdruck und die Notwendigkeit, fortgesetzt in Niedriglohnstandorte zu investieren, gepaart mit Restrukturierungsaufwendungen im Inland werden den einen oder anderen Zulieferer in die Knie zwingen. Eine Konsolidierung wird dadurch unausweichlich“, prognostiziert Dannenberg.

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