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Produktion

Die digitale Fabrik – Stand der Entwicklung

| Autor: Thomas Günnel

Die digitale Fabrik soll virtuelle Planungswelten mit der realen Produktion verschmelzen. Alle Fabrikbereiche sollen sich dabei mittels IT planen und simulieren lassen – um die Ergebnisse danach in der Fertigung anzuwenden. Wie ist der aktuelle Stand dieser Entwicklung?

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In der digitalen Fabrik erfolgt die Planung und Simulation der gesamten Fertigungsprozesse mittels Software virtuell am Rechner.
In der digitalen Fabrik erfolgt die Planung und Simulation der gesamten Fertigungsprozesse mittels Software virtuell am Rechner.
(Bild: Siemens)

Die Welten von Entwicklung und Fertigung sind in der heutigen Unternehmenspraxis weiterhin in vielen Bereichen getrennt. „Das verbreitete Verständnis der ‚Digitalen Fabrik‘ bezieht sich in erster Linie auf die Simulation von Produktionsanlagen und die Robotik“, beschreibt Dominik Ruechardt, Director Business Development bei PTC. Das Unternehmen entwickelt Lösungen für Product Lifecycle Management, Computer-Aided Design, Application Lifecycle Management, Supply Chain Management und Service Lifecycle Management. Defizite sieht Ruechardt bei der Produktionsplanung und den Fragen, wo, was und wann sich unter gegebenen Rahmenbedingungen am besten produzieren lässt. Wichtig sei zudem, wie Fragen der Produzierbarkeit frühzeitig systematisch Entwicklungs- und Konzeptentscheidungen beeinflussen können.

Robuste Verknüpfung der Datenwelten

Die Hürde ist dabei laut Ruechardt die robuste Verknüpfung der jeweiligen Datenwelten mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften – eine zwar komplexe Aufgabe, aber nicht unlösbar. „Gerade die Kopplung der Produktentwicklung, also der PLM, mit der Fertigung, also der MES, steckt noch in den Kinderschuhen“, meint dazu Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, Geschäftsführer der MPDV Mikrolab, einem Anbieter von Manufacturing-Execution-Systemen. „Grundsätzlich“, führt er weiter aus, „glauben wir, dass es weniger technische als organisatorische Hürden gibt. Im Sinne einer Dezentralisierung muss hingegen organisatorisch umgedacht werden.“ Die hohe Komplexität der Automobilindustrie lasse sich nur mittels dezentraler und intelligenter Prozesse beherrschen.

Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE