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Im Interview: Dr. Eike Böhm

Die Leichtbaustrategie beim SL-Roadster

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Dennoch kommuniziert Daimler wenig zum Thema Leichtbau. Sind Sie im Hintertreffen?

Ganz und gar nicht. Wir verbauen pro Jahr im gesamten Daimler-Konzern etwa 30 Tonnen Carbonfasern. Der Umgang mit dem Material ist für uns nicht neu. Wir haben hier eine sehr lange Tradition, unter anderem aus der technologischen Zusammenarbeit mit EADS. Darüber hinaus haben wir mit dem Mercedes-Benz SLR McLaren bereits mehr als 1.000 Fahrzeuge mit Carbon-Monocoque gebaut. Dieses Handlaminieren der Teile beherrschen wir. Wir wissen ziemlich genau, was Carbon ist und wie der Werkstoff funktioniert. Aber, die wirkliche Herausforderung ist ja nicht, ein oder zwei Teile pro Tag aus Carbon herzustellen.

Entscheidend ist es, Carbonteile industriell zu fertigen, im Minutentakt und in einer Qualität sowie mit Materialkosten pro Kilogramm, die für Volumenanwendungen im Automobilbau wettbewerbsfähig sind. Das ist eine ganz andere Dimension. Eigentlich denken wir schon den zweiten und dritten Schritt nach dem aktuell medienwirksamen Carbon-Hype.

Wie weit sind Sie noch weg von der Großserienfertigung von CFK-Teilen?

In unserem Joint Venture mit Toray bauen wir am Standort Esslingen gerade die industrielle Fertigung von Carbonteilen auf. Beide Unternehmen verstehen sich sehr gut, es läuft ausgezeichnet. Das Werk wird noch in diesem Jahr in Betrieb gehen und Serienteile für den SL herstellen.

Um welches Bauteil handelt es sich?

Wir haben bewusst ein technisch anspruchsvolles Bauteil gewählt. Nicht sichtbar, aber sehr kompliziert, weil es aus zwei Einzelteilen besteht, die gefügt und beschnitten werden müssen.

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