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Im Interview: Dr. Eike Böhm

Die Leichtbaustrategie beim SL-Roadster

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Wer bringt was ins Joint Venture ein?

Toray bringt die Carbonfasern ein. Von Daimler kommt das Ingenieur- und Automotive-Know-how. Schließlich können wir im Konzern auf fast 20 Jahre Erfahrung mit Kohlefasern zurückgreifen, nicht zuletzt auch durch unsere technologische Zusammenarbeit mit der EADS. Unser Forschungszentrum in Ulm ist mit einem kompletten CFK-Technikum ausgestattet – vom Fallturm für Crashtests bis hin zur Pilotanlage.

Im Übrigen verfügen wir zusammen mit Toray über rund 2.000 Patente rund um das Thema Carbon. Und unsere Mitbewerber in München kommen gemeinsam mit SGL auf gerade einmal 200.

Wie lassen sich die hohen Kosten von CFK-Teilen senken?

Zum einen durch die bereits angesprochene Industrialisierung der Fertigung und zum anderen durch niedrigere Rohmaterialkosten durch die Inbetriebnahme von weiteren Carbonfaser-Fabriken. Dennoch wird sich ein einfaches Bauteil aus Carbon, mit dem Sie nur ein bisschen Gewicht sparen, noch sehr lange nicht rechnen. Aber bei einer komplexen Struktur kann es sich schon lohnen, etwas mehr Geld in den Einsatz des Leichtbaumaterials CFK zu investieren.

Kritisiert wird auch der hohe Energieaufwand bei der Herstellung der Carbonfasern.

Unser Partner Toray nutzt dafür in seinen Werken weitgehend CO2-neutrale Energie. Aber es ist richtig: Carbonteile sind nicht automatisch leicht und damit öko. Hier müssen Sie sich immer die Gesamtkette anschauen. Wir haben sehr wohl ein Auge darauf.

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