Hannover Messe 2019

Digitaler Zwilling von Lithium-Ionen-Batterien

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Die Twaice Software soll einen Einblick in das Innenleben der Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen.
Die Twaice Software soll einen Einblick in das Innenleben der Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen. (Bild: Asahi Kasei)

Zur Hannover Messe zeigt das Münchener Start-up Twaice eine Software, die digitale Zwillinge von Lithium-Ionen-Batterien erstellt. Der Einblick ins Innenleben der Energiespeicher soll ein längeres Leben der Akkus und damit geringere Kosten ermöglichen.

Die Hannover Messe zeigt ab dem 1. April Lösungen für die Vision einer sauberen Energieversorgung. Ein Beispiel ist die Software des Unternehmens Twaice. Die Münchener wollen Batterie-Betreibern einen Einblick in das Innenleben ihres Akkus bieten. Bislang ist es kaum möglich, die genauen Abläufe in modernen Lithium-Ionen-Batterien zu verfolgen. Deshalb bleibt oft unklar, wie leistungsfähig die Speicher tatsächlich noch sind. Mit der Software von Twaice sollen Betreiber nun jederzeit Auskunft über den „Gesundheitszustand“ eines Akkus erhalten.

Um den Gesundheitszustand eines Akkus zu bestimmen, verarbeite die Twaice-Software viele Faktoren, die sich auf Lebensdauer und Leistung auswirken. Auch die Art und Weise, wie die Batterie geladen wird. Schnellladen, noch dazu bei Kälte, verschleißt die Chemie rascher als ein sanfter Ladeprozess. Solche Alterungsfaktoren berücksichtige das Programm ebenso wie Wetter- und Geodaten. Damit soll die Anwendung auch helfen, die Elektromobilität schneller voran zu bringen: Sie reduziere die Kosten der Batterien und verlängere ihre Lebensdauer. Beim Elektroauto bietet das enorme Kostenvorteile. Schließlich macht der Akku den größten Wert in diesen Fahrzeugen aus. Eine günstigere Batterie bedeutet daher unmittelbar einen niedrigeren Gesamtpreis.

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Über Twaice

Die Ingenieure Michael Baumann und Stephan Rohr hatten ihre Software an der TU München entwickelt und Twaice vor einem Jahr dort ausgegründet. An ihrem „digitalen Zwilling“ sind, eigenen Angaben zufolge, inzwischen nicht nur Auto- und Zweiradhersteller interessiert. Auch die Produzenten von elektrischen Maschinen und Werkzeugen wollen wissen, wie sich Akkus im Betrieb verhalten. „Wir haben festgestellt, dass die Hersteller oftmals kaum sagen können, wie die Batterien während des Einsatzes belastet werden“, sagt Baumann.

Ob zum Beispiel im kalten Norwegen die Chemie stärker leidet als im milderen Süddeutschland. Das ist zu vermuten, das tatsächliche Alterungsverhalten eines Akkus war aber bislang ein großes Rätsel. Ohne dieses Wissen ist es nicht möglich, verlässliche Aussagen zur Lebensdauer, zu anstehenden Wartungsarbeiten oder zu einem möglichen Einsatz im „Second-life“-Zyklus zu treffen.

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