Emissionsgrenzwerte „Entwicklungsländer könnten Industriestaaten mit Energie versorgen“

Autor: Thomas Günnel

Eberspächer hat die Sparte Abgastechnik in „Purem by Eberspächer“ ausgegliedert. Thomas Waldhier leitet die Marke und gibt einen Ausblick auf das Geschäft mit der Technik zur Abgasreinigung; und die Mobilität mit Verbrennungsmotoren.

Thomas Waldhier ist Geschäftsführer bei „Purem by Eberspächer“.
Thomas Waldhier ist Geschäftsführer bei „Purem by Eberspächer“.
(Bild: Eberspächer)

Herr Waldhier, seit Mai ist Purem by Eberspächer als eigenständige Marke für Technologien zur Abgasreinigung auf dem Markt. Sie starten in ein spannendes Umfeld, Stichwort: EU-Grenzwerte. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Wir erwarten in der Tat spannende Zeiten, und darauf haben wir uns vorbereitet. Wir werden uns nicht aus der Abgastechnik zurückziehen, sondern in der erwarteten Konsolidierung eine aktive Rolle spielen. Besonders gespannt bin ich, wann die politischen Vertreter endlich erkennen, dass sie für den Klimaschutz die Rahmenbedingungen vorgeben und sich dabei eben nicht auf konkrete Lösungen fixieren sollten. Stichwort: Technologieoffenheit.

Wir werden uns nicht aus der Abgastechnik zurückziehen.

Thomas Waldhier

Die Autohersteller scheinen in E-Fahrzeugen aber bislang die einzige Möglichkeit zu sehen, die Flottengrenzwerte einzuhalten.

Die neuen Grenzwerte sind nur dann sinnvoll, wenn für den Betrieb von Fahrzeugen ausschließlich mit regenerativen Energiequellen erzeugter Ladestrom verwendet würde. Antworten darauf, wie ein solcher Zustand für Europa erreicht werden kann und – falls überhaupt – wann, bleiben die verantwortlichen Politiker aber schuldig. Von Wissenschaftlern ausgearbeitete mathematische Zusammenhänge, die die Unmöglichkeit eines solchen Unterfangens klar aufzeigen, wurden bisher ignoriert. Grüner Wasserstoff und CO2-neutrale Synfuels werden aus ideologischen Gründen mit dem Argument eines schlechten Wirkungsgrads bei deren Herstellung bekämpft. Dabei müssen diese Energieträger nur dort hergestellt werden, wo Sonne und Wind im Überfluss vorhanden sind. Nämlich in der Sahara oder Patagonien und eben nicht im Sauerland oder in der Pfalz. Wenn hier nicht schleunigst umgedacht wird, verpasst Europa eine Riesenchance, und das Feld werden andere besetzen.

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 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE