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Tradition Equipe bleu: 60 Jahre (Renault) Alpine

| Autor / Redakteur: SP-X / Jens Scheiner

Die vorzugsweise blau lackierten flachen Flundern sind für französische Autofans das, was Ferrari italienischen Tifosi und Porsche deutschen Sportwagenenthusiasten bedeuten.

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Alpine A106 Mille Miles Weltpremiere in den Farben der Trikolore 1955.
Alpine A106 Mille Miles Weltpremiere in den Farben der Trikolore 1955.
(Foto: Renault)

Vor 60 Jahren präsentierte Renault-Händler Jean Rédéle die erste Alpine. Zeit für einen Blick zurück auf diese Polyester-Renner, denen Renault für 2016 einen Neustart verspricht.

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Neue Automobile als nationale Wahrzeichen zu zelebrieren, das versteht niemand besser als die Franzosen. So stand die Premiere des Urahns aller Alpine Sportwagen vor 60 Jahren auch nicht im Schatten der zeitgleich gezeigten „göttlichen“ Gallierin Citroen DS. Der findige Renault-Händler und Automobilbauer Jean Rédéle präsentierte seine ersten Alpine-Renner vom Typ A106 Mille Miles einfach als Trio, lackiert in den Farben der französischen Flagge, also blau, weiß und rot. Die im Heck platzierte Antriebstechnik der Alpine mit winzigem 747-cm3-Vierzylinder stammte ebenso wie die Bodengruppe vom Renault 4 CV; gute Fahrleistungen der formschönen, kleinen Sportcoupés garantierte dagegen eine leichtgewichtige und damals revolutionäre Kunststoffkarosserie.

Renaissance der Seriensportler

Schon bei der Mille Miglia 1956 demonstrierte Rennfahrer Rédéle das Motorsportpotential der Streetracer: Trotz unwetterartige Regenfällen fuhr die Alpine mit einem sensationellen Durchschnitt von 110 km/h den sieggewohnten italienischen Abarth davon. Frankreich hatte einen neuen schnellen Superstar, genau rechtzeitig, um die Grand Nation über den Untergang vieler glorreicher Sportwagen-Marken wie Bugatti zu trösten. Für Alpine war das nur der Anfang. Rédéle gelang es, durch in verführerische Formen verpackte Modelle mit reinrassiger Renntechnik auch die Reichen und Schönen zu begeistern und sogar Abfangjäger für die Autobahnpolizei zu stellen. Vor allem aber errang er ruhmreiche Rallye- und Rundstreckensiege, schließlich erinnert schon der Name Alpine an Rédéles größten Erfolg beim Coupe des Alpes. Dennoch übernahm Anfang der 1970er Jahre Renault die Markenführung und 1995 kam sogar ein vorläufiges Aus. Nun aber ist die Neustartampel geschaltet, denn Renault verspricht für 2016 eine Renaissance der Seriensportler.

Fahrzeugstudie Alpine Vision Gran Turismo

Einen Ausblick auf Designelemente der kommenden Alpine gab bereits die in diesem Frühjahr gezeigte Studie Alpine Vision Gran Turismo. Ein 320 km/h schnelles Concept Car, das zur Feier des 60. Geburtstages der Sportmanufaktur aus Dieppe auch in virtueller Form vorfuhr – als kostenloser Download für Playstation-Fans. Gleich ob real oder virtuell, immer zitiert die Alpine Vision Gran Turismo die Markenhistorie in Form der fast perfekt proportionierten Kult-Sportwagen A110 aus den 1960 und 1970er Jahren sowie der erfolgreichen Le-Mans-Sportprototypen A210 und A220. Bevor Jean Rédéle diese ultraflachen Evolutionsstufen seines ursprünglichen Plastikbombers zünden konnte, hatte der mit 24 Jahren jüngste Renault-Händler im Nachkriegsfrankreich aber sein neues Handwerk als Autobauer erst einmal von der Pike auf lernen müssen.

Wie schwierig die Autoproduktion sein konnte, zeigten zahllose Kleinserienhersteller, die in den 1950er Jahren ebenso überraschend untergingen wie sie zuvor aufgetaucht waren. Und an der Fertigung der neuartigen GFK-Karosserien scheiterten damals sogar Volumenmarken wie Volvo (Sportwagen P 1900). Rédéle jedoch erarbeitete sich rasch einen hervorragenden Ruf und konnte schon 1960 die Auslieferung seines 650. Serienfahrzeugs feiern. Wichtig war ihm dabei von Anfang an die enge Verbindung zum Staatskonzern Renault, dessen Vertriebsnetz und Technik er nutzte.

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