Kleinstwagen Evetta und Microlino: Nachfolger der BMW Isetta

Von Andreas Wehner und Von Steffen Dominsky

Vor 60 Jahren beendete BMW die Produktion der Isetta. Jetzt sollen mit „Evetta“ und „Microlino“ zwei Nachfolger des bekannten „Motocoupés“ auf den Markt kommen.

Die Evetta ist optisch ein würdiger Nachfolger der BMW Isetta.
Die Evetta ist optisch ein würdiger Nachfolger der BMW Isetta.
(Bild: Theodor Barth/Electric Brands )

Er ist noch älter als „Freude am Fahren“: „Freude haben – Kosten sparen – BMW Isetta fahren“. Mit diesem Spruch bewarb BMW anno 1955 seine neue Kreation, ein kleines knuffiges Rollermobil. Nicht Fisch, nicht Fleisch, das heißt, weder Roller/Motorrad noch richtiges Auto war das Ei auf vier Rädern. Deshalb ersannen die Werbetexter wohl auch den Begriff des „Motocoupés“. Aber nicht nur deswegen wurde der überdachte Roller für zwei ein großer Erfolg. Er war einfach das richtige Fahrzeug zur richtigen Zeit. Wo Motorrad- und Rollerfahren oft kalt, unbequem und „zu klein“, ein echtes Auto aber finanziell unerreichbar war. Genau in diese Lücke passte die Isetta wie kaum ein anderes Wägelchen zu dieser Zeit.

Dabei war die Isetta nicht einmal eine BMW-Erfindung. Renzo Rivolta, der Eigentümer des Kälteanlagen- und Motorradherstellers Iso Rivolta, ließ Anfang der Fünfzigerjahre von den Flugzeugingenieuren Ermenegildo Preti und Pierluigi Raggi ein Rollermobil konstruieren. Das Ergebnis präsentierte Rivolta in Form der Iso Isetta 1954. Wie bei einem Lastensegler klappt bei dem Fahrzeug eine große Fronttür auf. Dabei schwenkt das Lenkrad mit der Fronttür nach vorn und zur Seite und bietet so Zugang zum Innenraum für zwei.

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