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Elektromobilität Fachmesse „CWIEME“: Alles für den E-Motor

| Autor: Thomas Günnel

Elektromotoren und Transformatoren: Die „CWIEME“ in Berlin ist der Treff der Branche. Bei der Preisverleihung des „Global Award“ für besondere Leistungen in der Elektrotechnik- und Fertigungsindustrie war ein Unternehmen besonders erfolgreich.

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Die Sieger der „Global Awards“ 2019 auf der „Coil Winding, Electric Motor & Transformer Manufacturing Exhibition“. Gleich drei Preise räumte das Startup Volabo ab, Geschäftsführer Adrian Patzak (2.v.l.) und Lena Honsberg, Marketing Volabo, nahmen die Preise in Berlin entgegen.
Die Sieger der „Global Awards“ 2019 auf der „Coil Winding, Electric Motor & Transformer Manufacturing Exhibition“. Gleich drei Preise räumte das Startup Volabo ab, Geschäftsführer Adrian Patzak (2.v.l.) und Lena Honsberg, Marketing Volabo, nahmen die Preise in Berlin entgegen.
(Bild: Thomas Günnel/»Automobil Industrie«)

„Wir sind die E-Mobilität“, beschreibt Rozana Noja, Messeleiterin der „CWIEME“, die im kommenden Jahr zum 25. Mal in Deutschland stattfinden wird. Es ist die weltweite Leitmesse für die Fertigung von Elektromotoren, Spulen und Transformatoren; hier treffen sich die Hersteller elektrischer Motoren und deren Komponenten. Im begleitenden Kongress, den Altair als Partner unterstützt, ging es detailliert um Materialien, Prozesse und die Wertschöpfungskette – und die simulationsgetriebene Entwicklung.

Streng genommen ist die Elektromobilität lediglich ein weiteres Produkt der Messe. Aber: „Die Antriebe für E-Fahrzeuge basieren natürlich auf Motoren, die es schon jahrelang in der Industrie gibt – und für deren Produktion etablierte Unternehmen das Know-how haben“, sagt Noja. „Sie stellen heute zum Beispiel auch 48-Volt-Motoren her.“

Die wachsende Branche „E-Mobilität" bringt Unternehmen teilweise wieder auf die Messe, zum Beispiel Schenck Rotec, eine Tochter der Dürr Group. Der Weltmarktführer bei Auswucht- und Diagnosetechnik war zuletzt vor zwölf Jahren hier, „die Elektromobilität hat uns wieder hergebracht“, sagte Peter Böhm, Produktmanager für Industrieanwendungen und Elektromobilität bei Schenk. Die Neuheit seines Unternehmens ist eine vollautomatische Zwei-Stationen-Auswuchtanlage für Elektroanker, die sich flexibel in die Produktionslinien der Automobilhersteller einfügen soll.

E-Halle und EV-Trail

Um das Thema Elektromobilität hervorzuheben, stand in diesem Jahr vom 21. bis 23. Mai erstmals eine eigene Halle bereit, immerhin 120 der 750 ausstellenden Unternehmen in diesem Jahr engagieren sich in der Elektromobilität. Oft sind es etablierte Unternehmen, die ihr klassisches Geschäft erweitern. „Im vergangenen Jahr hatten wir dazu einen „EV-Trail“, der Besucher über die gesamte Messe zu den entsprechenden Unternehmen gelotst hat“, beschreibt Noja. „Das werden wir im kommenden Jahr voraussichtlich wieder so einrichten, weil mehr Unternehmen im Bereich der Elektromobilität aktiv sind.“ Der Vorteil für die Unternehmen: Sie müssen nicht in zwei Hallen präsent sein.

Die Elektromobilität bringt zudem neue Teilnehmer auf die Messe: Start-ups. Im Bereich neuer Mobilität etabliert, drängen sie auch in technische Bereiche der E-Mobilität vor. Das Unternehmen „UK Research and Innovation“ mit Sitz im britischen London will deshalb diese Startups im eigenen Land fördern – mit immerhin 80 Millionen Britischen Pfund. Auf der Cwieme im nächsten Jahr wird es unabhängig davon mehr Start-ups geben, das steht jetzt schon fest.

Start-up Volabo räumt Preise ab

Für ein Start-up war der diesjährige Messebesuch besonders erfreulich: Volabo. Das Tech-Start-up aus dem bayerischen Ottobrunn räumte bei der Verleihung der von Dupont gesponserten „Global Awards“ gleich drei Preise ab: „E-Motor Design of the Year“ für den Beitrag „ISCAD – Intelligent Stator Cage Drive“ , „Startup of the Year 2019“ und den „Grand Prix Winners of the Winners Award“.

Weitere Award-Kategorien und -Gewinner sind:

  • „Product of the Year”: Breuckmann eMobility GmbH, Deutschland, für ihren Beitrag „The Sustainable High-Performance Rotor”
  • „Evolution 4.0“: AIDA, Japan, für ihr „AIDA Information Care System – AiCARE“
  • „Outstanding Contribution to Industry” Motor Design Ltd, GBR, Dave Staton, Gründer & Präsident

Neue Unternehmen und mehr Besucher

„In den kommenden Jahren werden mehr neue Unternehmen die Preise gewinnen“, ist sich Rozana Noja sicher. Denn: Die Messe wächst, auch an den beiden weiteren Standorten Shanghai und Chicago. In den USA ist seit diesem Jahr ein eigenes Messeteam vor Ort, um die Veranstaltung zu organisieren. Bislang geschah das von London aus, wo der Messebetreiber ITE seinen Sitz hat. „Die Zukunft der Elektromobilität ist aber in China“, sagt Noja. Das lässt sich auch an den Besucherzahlen in Shanghai ablesen, die im Jahr 2018 um 44 Prozent höher lagen als im Jahr zuvor. „Einige Kunden“, so Noja, „sind auf allen drei Messen dabei und kennen die Messe inzwischen fast besser als ich.“

Die nächste „Coil Winding, Electric Motor & Transformer Manufacturing Exhibition“ findet statt vom 26. bis 28. Mai 2020 in der Messe Berlin. Alle Informationen zu den drei Messen gibt es auf der Webseite der Cwieme.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE