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Drivetrain

Getriebeentwicklung: Effizienz im Antriebsstrang

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Start mit dem 9HP

Für den quer eingebauten Frontantrieb jonglieren Konstrukteure mit Zahnrädern, Paarungen und Stufen. Das führt zu kompakten Automatiken mit geringem Verbrauch, hohem Fahrkomfort sowie Ausbausicherheit bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Als Erster erzielte der unabhängige Getriebehersteller ZF Friedrichshafen mit seiner 9-Gang-Wandler-Automatik „9HP“ einen Blitzstart. Seit dem Produktionsanlauf 2013 übernimmt sie die Kraftübertragung in Allradfahrzeugen, zuerst im Range Rover Evoque, es folgten Jeep Cherokee und Jeep Renegade sowie jetzt im Mini-SUV Fiat 500X und im Honda CR-V 1.6 i-DTEC.

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Dominierende Antriebsformation „Front-Quer“

Das ZF-Planeten-Getriebe passt gut in die weltweit dominierende Antriebsformation „Front-Quer“. Und darüber hinaus verbraucht es laut Hersteller 16 Prozent weniger Kraftstoff bei 120 km/h als heute übliche 6-Gang-Automaten. Auch habe die 9HP mit 9,8 die momentan beste Spreizung bei Getrieben. Damit bezeichnen Techniker die Spanne von der kleinsten bis zur größten Übersetzung: 4,70 im 1. Gang geteilt durch 0,48 im 9. Gang ergeben hier die Spreizung von 9,8. Das ist ein Kennwert für vergleichsweise niedrigere Drehzahlen, geringere Motorgeräusche sowie weniger Spritverbrauch.

Spreizung von rund 11

Jetzt legt VW mit dem 10-Gang-DSG nicht nur mehr als einen Gang zu, sondern bietet eine sensationelle Spreizung von rund 11. Das DQ511 verfügt tatsächlich bis zu zwölf Gangstufen. Davon werden zehn ohne Zugkraftunterbrechung automatisch geschaltet, erklärt Konzeptentwickler Voege „Bei den beiden zusätzlichen Gängen handelt es sich um einen extrem kurzen Kriechgang mit einer Getriebeübersetzung von über 20 und einem Super-Overdrive, einem besonders Gang zur weiteren Drehzahlabsenkung bei hohen Geschwindigkeiten“, so Voege. Bei der vom 1.Gang bis zum Super-Overdrive resultierenden Spreizung von circa 11 ist der Kriechgang allerdings nicht berücksichtigt.

Neu entwickelte Schaltstrategie

Die Ingenieurskunst liegt in der neu entwickelten Schaltstrategie des DQ511. Durch elektronische Steuerung sowie zwei neue Schaltelemente und einem sogenannten „Rücklauf“ gelingt laut Voege die Umlenkung des Leistungsflusses innerhalb des Getriebes. Die Basis der Neuentwicklung war die bekannte 7-Gang-DSG, wobei die neue Schaltbox weder in den Abmessungen, noch stark an Gewicht zunehmen sollte. Mit rund 95 Kilogramm ist sie nur fünf Kilogramm schwerer, aber hat exakt die gleichen Maße der 7-Gang-DSG. Das gelang, weil die Zehner-Schaltbox die sieben Zahnradpaare auf den drei Wellensträngen behalten konnte, auf denen auch die sechs Schiebemuffen sitzen.

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