Suchen

Werkstoffe Hirschvogel entwickelt neue Stähle

| Redakteur: Thomas Günnel

Die Kosten einer massiv umgeformten Komponente bestimmt zu einem großen Anteil der eingesetzte Werkstoff. Werkstoffoptimierungen führen daher im besten Fall zu weiteren Kostensenkungen und reduziertem Energiebedarf. Für drei Anwendungsfälle hat Hirschvogel nach eigenen Aussagen das Sparpotenzial erschlossen.

Firma zum Thema

Das Gefüge des Stahls 16MnCr5mod nach Abkühlung aus der Umformhitze an Luft.
Das Gefüge des Stahls 16MnCr5mod nach Abkühlung aus der Umformhitze an Luft.
(Foto: Hirschvogel)

Für Strukturbauteile wie Common Rail oder Radnaben kommen heute ausscheidungshärtende ferritisch-perlitische Stähle zum Einsatz, die bei Luftabkühlung ihre Festigkeit erreichen. Reichen die mechanischen Eigenschaften dieser Stahlgruppe für die Anwendung nicht aus, werden Vergütungsstähle eingesetzt, die einen Härte- und Anlassvorgang und darauffolgend eine Prüfung auf Härterisse erfordern. Der bainitische Stahl 16MnCr5mod (H2), den Hirschvogel gemeinsam mit dem Stahlhersteller GMH entwickelte, erreicht die mechanischen Eigenschaften von Vergütungsstählen mit der Abkühlung aus der Umformhitze heraus. Außerdem verleiht das Legierungskonzept dem Stahl eine Härtbarkeit wie hoch legierte Einsatzstähle 18CrNiMo7-6 oder 20NiCrMo6-5 – der Legierungszuschlag liegt aber bei weniger als 20 Prozent der hoch legierten Güten.

Für induktiv zu härtende Bauteile erreicht der ebenfalls neue Stahl H50 bei der kontrollierten Abkühlung aus der Umformwärme ein Gefüge mit einer Festigkeit zwischen 900 und 1.100 MPa und nach einem induktiven Härten eine Oberflächenhärte bis über 60 HRC.

(ID:42835687)