Halbleiter Intel will 80 Milliarden Euro in Europa investieren

Autor / Redakteur: Michael Eckstein / Sven Prawitz

US-Chiphersteller Intel lässt Worten offenbar Taten folgen: Der Konzern will acht neue Chipfabriken in der Europäischen Union bauen – und strebt Partnerschaften mit Autoherstellern an.

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Intel investiert kräftig in Produktionskapazitäten für Mikrochips.
Intel investiert kräftig in Produktionskapazitäten für Mikrochips.
(Bild: Intel)

Insgesamt acht große Chipfabriken will Intel bis 2030 in Europa bauen. Wo, will der US-Halbleiterhersteller bis Jahresende bekanntgeben. Das sagte Intel-CEO Pat Gelsinger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Bislang war von mindestens zwei neuen, hochmodernen Halbleiterschmieden in Europa die Rede. Klar ist, dass Intel seinen bisherigen Hauptstandort in Irland um eine 7-nm-Fab erweitert.

Darüber hinaus gebe es derzeit etwa zehn Standort-Kandidaten, darunter mehrere in Deutschland. Einer davon ist das Gelände eines ehemaligen Fliegerhorsts in Bayern. Gelsinger habe sich deshalb bereits mit Vertretern der EU-Kommission getroffen und sei in den vergangenen Wochen mehrmals mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengekommen, berichtet die FAZ.

In einem Blogbeitrag betont Gelsinger zudem, mit Intels Engagement in der Europäischen Union besonders die hier wichtige Automobil- und Mobilitätsbranche im Fokus zu haben.

Intel als Auftragsfertiger

Wertzuwachs: 2030 werden Halbleiter bis zu 20 Prozent des Wertes eines Oberklasse-Autos ausmachen – davon ist Intels Pat Gelsinger überzeugt.
Wertzuwachs: 2030 werden Halbleiter bis zu 20 Prozent des Wertes eines Oberklasse-Autos ausmachen – davon ist Intels Pat Gelsinger überzeugt.
(Bild: Intel Corporation)

Bis zu 80 Milliarden Euro will Intel für seine Expansionspläne investieren – und mit dem Chipzentrum der erfolgreichen Konkurrenz in Asien die Stirn bieten, wie er in dem Interview erklärt. Die enorme Summe wird Intel aber nicht allein schultern, sondern erwartet öffentliche Subventionen von rund 30 Prozent (also etwa 24 Mrd. Euro).

Getreu dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ geht Intel nun in den Offensivmodus über: Im März hatte der Konzern der aufstrebenden Konkurrenz den Kampf angesagt und angekündigt, sein Foundry-Geschäft erheblich auszubauen. Sprich: Selbst viel stärker als bisher als Auftragsfertiger für Chip-Designs externer Firmen zu agieren. Dazu hat man die Strategie „Integrated Device Manufacturing 2.0“ (IDM 2.0) ausgerufen und die Geschäftseinheit „Intel Foundry Services“ (ISF) gegründet.

Intel strebt Partnerschaften mit Autoherstellern an

Laut Gelsinger sind die im März angekündigten Intel Foundry Services aktiv in Gesprächen mit potenziellen Kunden in Europa – darunter auch Automobilunternehmen und deren Zulieferer. Aktuell würde die Mehrzahl der Chips in der Automobilindustrie mit alter Prozesstechnik hergestellt. Da die Anwendungen in der Automobilindustrie jedoch immer mehr Rechenleistungen bei gleichzeitiger höherer Energieeffizienz erfordern, werden auch die Chips auf modernere Prozesstechnik umgestellt.

Intel will daher nach Gelsingers Worten Partnerschaften mit führenden Automobilherstellern eingehen und in Europa erhebliche Ressourcen bereitstellen, um diesen Übergang in den kommenden Jahren weltweit voranzutreiben.

Verbindliche Foundry-Kapazitäten für Automobilhersteller in Irland

Das Unternehmen kündigte Anfang September Pläne an, in seiner Fabrik in Irland verbindliche Foundry-Kapazitäten zu schaffen und den „Intel Foundry Services Accelerator“ zu starten. Dieses Programm soll Entwickler von Chips für die Automobilindustrie bei der Umstellung auf fortschrittliche Prozessknoten unterstützen.

Zu diesem Zweck baut das Unternehmen ein neues Designteam auf und bietet sowohl kundenspezifisches als auch branchenübliches geistiges Eigentum (IP) an, mit dem es die spezifischen Anforderungen der Automobilkunden erfüllen will.

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