Motorsport-Historie Irmscher – Röhrl und die „Commode“

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Vor 50 Jahren absolvierte der mehrfache Rallyeweltmeister seine erste WM-Rallye-Teilnahme als Profi. Sein Opel-Arbeitsgerät: ein alles andere als praktischer Rennwagen.

Mit dem 1972 präsentierten Opel Commodere B gelang Walter Röhrl der Einstieg als Rallyeprofi. (Bild:  Irmscher)
Mit dem 1972 präsentierten Opel Commodere B gelang Walter Röhrl der Einstieg als Rallyeprofi.
(Bild: Irmscher)

„Wenn wir vom Autofahren sprechen, ist Autofahren Rallyefahren, alles andere ist Kindergeburtstag!“ Nein, es sind nicht nur markige Zitate, mit denen Walter Röhrl noch immer für Aufmerksamkeit sorgt. Allen voran sind bzw. waren es die Erfolge des Regensburgers als Rallyefahrer, die ihn bis heute als den deutschen Zeus im Rallye-Olymp erscheinen lassen.

Und das kam so: Im Jahr 1968 startete Röhrl als Amateur erstmals bei einer Automobilrallye. Ab 1970 konnte er seiner Leidenschaft bereits als Semi-Profi frönen. Der Sprung zum „echten“ Profi gelang ihm schließlich drei Jahre später. Ab da starteten Walter Röhrl und sein Beifahrer Christian Berger für Opel. Dank eines monatlichen Gehalts von 800 DM konnte er erstmals seinen Lebensunterhalt als Rallyefahrer bestreiten.

Vor 50 Jahren gab der mehrfache Rallyeweltmeister sein WM-Debüt auf einem Fahrzeug der Rüsselsheimer Marke. Dieses bereitete kein geringerer als Opel-Tuning-Spezialist Günther Irmscher vor. Ihm war der junge Regensburger bereits 1972 auf der Essener Jochen Rindt Show aufgefallen. Schnell loteten beide entsprechende Konditionen aus und fixierten einen Vertrag. Fortan war Walter Röhrl Rallye-Profi und bei Irmscher unter Vertrag. Was folgte, war eine beispiellose Karriere mit unzähligen Siegen und zwei Weltmeistertiteln.

Mit einer Kommode durch die Kurven

1973, bei der Rallye Monte Carlo, debütierte nicht nur Röhrl bei einem Weltmeisterschaftslauf, sondern auch der Irmscher Opel Commodore B GS/E – aus marketingtechnischen Gründen wählte man den großen Wagen. Bereits ein Jahr später, nun auf Ascona A und mit dem Fokus auf die Europameisterschaft, gewannen Röhrl/Berger sechs von elf Wertungsläufen und wurden Vizeweltmeister, nun unter der Flagge des neu gründeten Opel Euroteam, dessen Einsätze Irmscher weiterhin betreute. 1975 gewannen der aufgrund seiner Körpergröße von 1,96 Meter auch oft einfach „der Lange“ genannte Röhrl und sein Beifahrer ihren ersten Europameisterschaftstitel auf Ascona A mit einem Irmscher Motor und Einsatzhilfe des Remshaldener Unternehmens. 1982 folgte der Titel als Rallye-Weltmeister auf dem Ascona B 400.

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Es war eine Sensation, wie der spätere Rallyeweltmeister diese mit vielen Kurven gespickte Rallye mit der „Commode“, wie der Wagen liebevoll genannt wurde, vom Start weg gewann und sich direkt die Herzen der Fans fuhr. „Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums haben wir kürzlich ein Wiedersehen von Walter Röhrl und seinem Rallyegerät organisiert. Es war sehr emotional. Nach den ersten Runden im Irmscher Commodore B GS/E fühlte er sich direkt zurückversetzt in die Zeit von damals“, beschreibt Günther Irmscher Junior, Sohn des Firmengründers, das Aufeinandertreffen von Mensch und Maschine. Die, sprich der Opel Commodore B GS/E, steht neben vielen weiteren Fahrzeugen im Irmscher Museum in Remshalden und kommt regelmäßig bei Oldtimerveranstaltungen zum Einsatz.

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