Neue Modelle Jaguar Type 01: Elektro-GT ab 165.000 Euro

Von Sven Prawitz 3 min Lesedauer

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Jaguar zeigt mit dem Type 01 das erste Modell nach dem Neustart der Marke: ein GT.

Vor zwei Jahren hat JLR einen Neustart der Marke Jaguar angekündigt. Mit dem Type 01 ist das erste Modell nun vorgestellt worden.(Bild:  JLR)
Vor zwei Jahren hat JLR einen Neustart der Marke Jaguar angekündigt. Mit dem Type 01 ist das erste Modell nun vorgestellt worden.
(Bild: JLR)

Jaguar hat sein erstes Modell nach dem Neustart der Marke vorgestellt. Der Type 01 ist ein elektrischer Viertürer, den das Unternehmen als luxuriösen Grand Tourer positioniert. Er kostet ab 165.000 Euro. Bestellungen sind laut Jaguar ab Anfang 2027 möglich. Gebaut wird das Auto in Großbritannien.

Den Antrieb übernehmen drei Elektromotoren: ein 260-kW-Motor an der Vorderachse und zwei 310-kW-Motoren an der Hinterachse. Die Systemleistung beträgt nach Jaguar-Angaben bis zu 757 kW, das maximale Drehmoment 1.365 Newtonmeter. Der Type 01 beschleunigt in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und in 4,0 Sekunden von 100 auf 180 km/h. Eine Allradlenkung verkleinert den Wendekreis auf 11,5 Meter, die Gewichtsverteilung liegt bei 50:50. Das Fahrwerk setzt auf schaltbare Luftfedern und aktive Dämpfer.

720 Kilometer Reichweite, 350 kW Ladeleistung

Die nutzbare Batteriekapazität beträgt 118 kWh bei einer 850-Volt-Architektur. Die erwartete WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 720 Kilometern. Bei konstant 120 km/h nennt Jaguar eine Reichweite bis zu 515 Kilometer. Am Schnelllader mit bis zu 350 kW lassen sich laut Unternehmen in 13 Minuten bis zu 320 Kilometer nachladen. Von 10 auf 80 Prozent dauert es etwa 22 Minuten. An 400-Volt-Säulen sind durch Split-Charging bis zu 250 kW möglich, wechselstromseitig bis zu 22 kW.

Zur Effizienz tragen aktive Kühlluftlamellen und ein dreistufig ausfahrbarer Heckspoiler bei. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,23. Das wäre der beste Wert, den Jaguar je erreicht hat.

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Maße und Innenraum

Der Type 01 ist 5.235 Millimeter lang und 1.403 Millimeter hoch. Serienmäßig rollt er auf 23-Zoll-Rädern, optional gibt es 21 Zoll. Der Kofferraum fasst über 450 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen bis zu 1.000 Liter. Im Cockpit sitzt ein 24 Zoll großes OLED-Display vor dem Fahrer. Statt eines Innenspiegels zeigt ein Kamerabild die Sicht nach hinten.

Der zentrale Cockpit-Rechner und das Assistenzsystem basieren laut Jaguar auf Nvidia-Technik. Die Stabilitätsregelung stammt von Bosch (VDC 2.0), die Reifen hat Pirelli gemeinsam mit Jaguar entwickelt. Das Audiosystem kommt von Meridian.

„Der Type 01 ist das Fundament der Marke", sagte Jaguar-Geschäftsführer Rawdon Glover. Ein Fahrzeug, das bei der Neuerfindung der Marke keine Kompromisse zwischen Design und Technik eingehe.

Technik im Detail: Wie Jaguar Platz und Steifigkeit gewinnt

Zum Start hat Jaguar zwei Infografiken zu Architektur und Antrieb veröffentlicht. Der Type 01 steht auf der neuen Elektro-Architektur JEA, die Karosserie und Batterie zu einer Struktur verbindet. Der Radstand beträgt rund 3,2 Meter, die Torsionssteifigkeit 51,7 Kilonewtonmeter pro Grad. Das ist nach Jaguar-Angaben der höchste Wert, den die Marke bei einer integrierten Karosserie- und Batteriestruktur je erreicht hat.

Vorderwagen und Batterie: Eine patentierte Struktur namens „Tri-Apex Node“ verteilt laut Jaguar Kräfte von bis zu 26 Tonnen. Dadurch rückt Batterie- und Steuerungstechnik weiter nach vorn vor die A-Säule. Der gewonnene Platz bringt laut Jaguar rund 150 PS und 112 Kilometer Reichweite zusätzlich. Die Hochvolt-Anschlussbox sitzt zwischen den Vorderrädern und dient zugleich als Federbeinbrücke der Vorderachse. Das erhöht die Steifigkeit und hilft der Gewichtsverteilung von 50:50.

Die Unterflurbatterie ist geteilt. So bleibt hinten Beinfreiheit, und die Vordersitze sitzen tief. Die Anschlüsse der 200 prismatischen Zellen liegen seitlich statt oben. Deshalb besteht nach Angaben des Herstellers 80 Prozent der Pakethöhe aus aktivem Material. Die Zellchemie ist eine Nickel-Mangan-Kobalt-Mischung mit mehr als 90 Prozent Nickel.

Karosserie: Die rund drei Meter lange Aluminium-Seitenwand wird in fünf glatte Flächen gepresst, die in einem Punkt zusammenlaufen. Das ging laut Jaguar über die Möglichkeiten herkömmlicher Simulation hinaus und erforderte 1.500 Stunden Feinarbeit. Zwischen Radlauf und Motorhaube bleiben nur 133 Millimeter. Die elliptische Öffnung hält Raum für den Federweg frei. Bei 140 km/h erzeugt das Heck laut Jaguar rund vier Kilogramm positiven Schub, was zum cW-Wert von 0,23 beiträgt.

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Antrieb: Die Siliziumkarbid-Wechselrichter schalten variabel zwischen 2 und 20 Kilohertz. Beim Cruisen können sie die Heckmotoren abschalten, das bringt bis zu 29 Kilometer Reichweite. Das Drehmoment verteilt sich im Verhältnis 30:70 auf Vorder- und Hinterachse, die Traktionsregelung reagiert nach Jaguar-Angaben in einer Millisekunde. Die Heckeinheit mit zwei Motoren erreicht eine Drehmomentdichte von 51 Newtonmetern pro Kilogramm. Das Thermomanagement leitet Wärme gezielt um. Je Kilowatt eingesetzter Energie erzeugt es etwa drei Kilowatt Heizleistung und holt Wärme noch aus Außenluft von minus 15 Grad.