Joint-Venture Johnson Controls expandiert in China und Nordamerika

Redakteur: Christian Otto

Der Power Solutions-Bereich des Zulieferers erwartet ein weiteres Wachstum für sein Autobatteriegeschäft. Deshalb baut das Unternehmen in China seine Partnerschaft mit einer Tochter der BAIC Group aus und investiert auch in Nordamerika.

Firmen zum Thema

Johnson Controls Power Solutions investiert in China und Nordamerika.
Johnson Controls Power Solutions investiert in China und Nordamerika.
(Bild: Johnson Controls)

Heutige Fahrzeuge verfügen über ein breites Spektrum an komfortablen Extras, wie etwa eine Zentralverriegelung, automatische Fensterschließsystemen oder Sitzheizungen, die mithilfe von bis zu 50 Computern und 150 elektrischen Steuerungssystemen bedient werden.

Diese zunehmende Zahl an Verbrauchern erfordert starke Batterie-Systeme, die sowohl dem steigenden Bedarf an Energie für die unterschiedlichen Funktionalitäten im Fahrzeug als auch den immer strengeren Umweltauflagen gerecht werden. Ein solches System stellen laut Johnson Controls Power Solutions die Absorbent Glass Mat (AGM)-Batterien dar. Auch beim Thema Verbrauch kommt ein AGM-Produkt zum Einsatz. Das Power-Start-Stopp-System soll die Kraftstoffeffizienz bis zu fünf Prozent steigern.

Viertes Autobatteriewerk in China

Johnson Controls Power Solutions investiert deshalb gezielt in den Aufbau von Autobatteriewerken. In China hat das Unternehmen ganz aktuell ein Joint-Venture mit Binzhou Bohai Piston gegründet, einer Tochtergesellschaft für Autoteile der Bejing Automotive Industry Group Co., Ltd. (BAIC Group). Der Zusammenschluss ist Basis für die Errichtung eines vierten Autobatteriewerks vor Ort. Die Anlage soll in Binzhou, in der Provinz Shandong, entstehen und insbesondere den Bedarf bei Automobilherstellern abdecken.

Joe Walicki, President von Johnson Controls Power Solutions glaubt an die erfolgreiche Entwicklung des Engagements: „Das Joint-Venture ist eine strategische Entscheidung, um Johnson Controls und Bohai Piston frühzeitig auf einem Markt zu positionieren, der bis 2020, weltweit der größte Markt für Automobilbatterien sein wird.“

Start-Stopp-Technik in China gefragt

Mit zirka 23,5 Millionen produzierten Neufahrzeugen im Jahr 2015, ist China zum weltweit größten Automobilmarkt geworden. Bis 2020 sollen etwa 15 Millionen Neufahrzeuge mit Start-Stopp-Systemen ausgestattet werden, die nach Schätzungen etwa 1,2 Milliarden Liter Benzin jährlich einsparen und die Treibhausgasemissionen um bis zu 2,8 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren sollen.

„Die Nachfrage nach Automobiltechnologien, die die Kraftstoffeffizienz verbessern, ist in China sehr hoch. Wir erwarten ein schnelles Wachstum von Start-Stopp-Fahrzeugen mit AGM Batterien“, sagt Han Yonggui, Direktor der BAIC Group und Vorsitzender von Beijing Hainachuan Automobilteile.

Expansion in Nordamerika

Die Bauarbeiten für die über 200 Millionen US-Dollar teure Anlage werden voraussichtlich 2017 beginnen. Produktionsstart soll zwei Jahre später sein. Die Partner planen mit geschätzt 7,5 Millionen Einheiten - konventionelle wie AGM-Batterien - pro Jahr. Bei voller Auslastung soll der neue Standort 650 Leute beschäftigen.

Zwischen 2016 und 2020 investiert Johnson Controls zudem 245 Millionen US-Dollar in Nordamerika und verdoppelt damit die Kapazität für AGM. „Aufgrund des wachsenden Strombedarfs für Zusatz- und Sicherheitsfunktionen in Fahrzeugen sowie sich verändernden Umweltstandards spielen Automobilbatterien eine zunehmend wichtige Rolle,“ begründet Joe Walicki, Präsident Johnson Controls Power Solutions, die dortigen Investitionen.

Es wird erwartet, dass die Anzahl der gebauten Autos mit Start-Stopp Systemen in Nordamerika aufgrund von zunehmend strengeren Umweltauflagen von derzeit 23 Prozent auf 46 Prozent im Jahr 2020 steigen wird

(ID:44107629)