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Leichtbau-Gipfel 2014 Karosserieleichtbau: Ein großer Zukunftsmarkt

| Redakteur: Thomas Günnel

Christian Kleinhans von Berylls Strategy Advisors gab auf dem Leichtbau-Gipfel 2014 der Fachzeitschrift »Automobil Industrie« einen Ausblick auf den künftigen Karosserieleichtbau.

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Christian Kleinhans von Berylls Strategy Advisors referierte auf dem Leichtbau-Gipfel 2014 der Fachzeitschrift »Automobil Industrie« zum Thema Karosserieleichtbau. Dieser Trend erzeuge einen Wachstumsmarkt, vorrangig in Europa, China und Nordamerika.
Christian Kleinhans von Berylls Strategy Advisors referierte auf dem Leichtbau-Gipfel 2014 der Fachzeitschrift »Automobil Industrie« zum Thema Karosserieleichtbau. Dieser Trend erzeuge einen Wachstumsmarkt, vorrangig in Europa, China und Nordamerika.
(Foto: Automobil Industrie/Stefan Bausewein)

Es entsteht ein sehr interessanter Entwicklungsmarkt im Karosserieleichtbau, sagte Kleinhans, „der auch ein Wachstumsmarkt in Europa ist. Und es gibt insbesondere einen Wachstumsmarkt, der außerhalb Europas ist. Dieser ist nicht unbedingt nur in China, er kann auch in Nordamerika sein.“

Dem Karosserieleichtbau bescheinigte er eine Art Renaissance als Basis für die Positionierung von Marken oder Produkten. Beispielhaft dafür standen in seinem Vortrag die Marken Audi „ultra“ oder „e-tron“.

Standard-Konzepte für Karosserieleichtbau

Mittelfristig gebe es Standard-Konzepte für den Karosserieleichtbau. Neben einer konventionellen Karosserie sei das eine Karosserie, die einen stahlintensiven Leichtbau von 60 Prozent höher- und höchstfesten Stählen aufweise. Die nächste Stufe sei ein stahlintensiver Multimaterial-Leichtbau, mit einem Leichtbauanteil von bis zu 80 Prozent, der sich durch die schrittweise Beimischung von Aluminium auszeichne. Die nächste Stufe wäre laut Kleinhans dann ein aluminiumintensiver Multimaterialmix, wie er heute zum Beispiel in der Mercedes-Benz S-Klasse oder in der kommenden C-Klasse zu finden ist: Eine Karosserie, die sich im Wesentlichen auf Aluminium abstützt und zu einem Teil aus höchstfesten Stählen besteht. Weitere Bestandteile in einem nächsten Schritt können sein: Kunststoffe, Magnesium, faserverstärkte Kunststoffe oder carbonfaserverstärkte Kunststoffe. Dieser sogenannte ultra-Leichtbau stütze sich im Wesentlichen auf die zuletzt genannten Materialien und enthalte nur noch in geringem Maße Stahl oder Magnesium.

Beispielhaft für den Marktanteil der Konzepte nannte Kleinhans den aluminiumintensiven Leichtbau. Dessen Marktanteil sei heute verschwindend gering, bis zum Jahr 2025 steige er aber auf einen Anteil von zehn Prozent der produzierten Fahrzeuge. Der ultra-Multimaterialmix werde aber auch im Jahr 2025 noch eine untergeordnete Rolle spielen, wenngleich die neuen Materialien mehr „ins Gewicht“ fielen.

Verfünffachung des Marktes bis zum Jahr 2025

Die Berylls-Studie geht weiter davon aus, dass sich der der Markt für Karosserieleichtbau bis zum Jahr 2025 auf 98,7 Milliarden Euro verfünffacht. Hoch- und höchstfester Stahl werde mit circa 45 Prozent Marktanteil in 2025 zu dem Zukunftswerkstoff und verdränge entsprechend konventionellen Stahl. Aluminium verlasse die Nische und erreiche in mittleren bis großen Fahrzeugen einen Marktanteil von 20 bis 50 Prozent; in Summe wachse der Aluminiummarkt in der Karosserie um durchschnittlich knapp 23 Prozent jährlich. Die signifikante Kostenreduktion in der Großserie ermögliche langfristig auch CFK den Durchbruch im Premiumsegment.

Herausforderung Wachstumsrate

„Für die Automobilhersteller und Zulieferer ist es eine Herausforderung, die Wachstumsraten zwischen zehn und 15 Prozent jährlich zu stemmen“, sagte Kleinhans. Die Automobilhersteller müssten ihre Kompetenzen dabei deutlich ausbauen. Das beinhalte, dass man mehr versteht, von alternativen Materialien, von Leichtbaukonzepten und entsprechender Prozesstechnik. Die Zulieferer befänden sich damit in einem steigenden Wettbewerb, da ihre heutigen Anteile an den Fahrzeugen künftig vielleicht geringer ausfallen könnten – etwa wenn aktuelle Lösungen durch ein neuartiges System ersetzt werden. Das oberste Gebot bleibe aber die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Konzepte.

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