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Energieeffizienz Lean & Green Management Award: Sieger 2017

| Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Thomas Günnel

Fiat-Chrysler, Bühler Motor, ASM Assembly Systems, Convotherm Elektrogeräte und MAN sind die Gewinner des diesjährigen Lean & Green Management Award. Der Preis: hohe Wettbewerbsfähigkeit – und ein Pokal.

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Der „Lean & Green Management Award“ zeichnet Unternehmen aus, die in besonderem Maße Lean Management mit Nachhaltigkeit und Effizienzmaßnahmen verknüpfen.
Der „Lean & Green Management Award“ zeichnet Unternehmen aus, die in besonderem Maße Lean Management mit Nachhaltigkeit und Effizienzmaßnahmen verknüpfen.
(Bild: Bosch )

Ressourceneffizienz ist ein zentrales Erfolgskriterium in der verarbeitenden Industrie. Dennoch stand es in der Vergangenheit nicht immer im Fokus. Doch die Industrie denkt heute weiter – und immer öfter „grün“. „Bei Themen wie Klimaschutz, Elektromobilität oder auch durch die anhaltende Diesel-Diskussion erkennen viele Unternehmen, dass der Druck wächst, nachweislich ressourceneffizient zu sein“, beschreibt Daniel Reichert, Director Lean & Green bei Growtth Consulting Europe. „Eine strategische und operative Integration des Green-Themas wird zwingend notwendig“, ist Reichert überzeugt. Und der Lean & Green-Award zeige deutlich: „Unternehmen, die hier früh begonnen haben, sind klar im Vorteil.“ Denn: Wem es gelingt, nachhaltig, also „green“, und „lean“, schlank und verschwendungsfrei, zu agieren, verbraucht weniger Ressourcen, senkt Kosten und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit.

Die Gewinner der Lean & Green-Awards 2017 sind Top-Performer, wenn es darum geht, Lean Management mit Nachhaltigkeit und Effizienzmaßnahmen zu verknüpfen. Im Einzelnen sind es:

  • Fiat Chrysler Automotive, Getriebewerk Verrone (Kategorie Automotive OEM/Konzern)
  • Bühler Motor, Monheim (Automotive Mittelstand)
  • ASM Assembly Systems, München (allgemein produzierende Industrie OEM/Konzern)
  • Convotherm Elektrogeräte, Eglfing (allgemein produzierende Industrie Mittelstand)
  • MAN Truck & Bus, München (Sonderpreis)

„Zehn Kriterien entscheiden über das Abschneiden der Unternehmen. Jedes dieser Kriterien wurde über ein Reifegradschema mit Punkten bewertet“, erläutert Reichert das Ausleseverfahren. Zu den Kriterien zählten produktionsrelevante Themen und auch übergeordnete Aspekte und Handlungsmaxime wie „Strategie & Geschäftsmodell“, „Management, Führung & Mitarbeiter“ oder auch „Wirksamkeit“.

Warum die Sieger Sieger sind

  • FCA-Getriebewerk: Vorbildliches TPM
    Das im Piemont unweit von Turin gelegene Getriebewerk mit rund 600 Mitarbeitern fertigt die C635-Getriebefamilie, die unter anderem im Jeep Renegade, im Fiat 500X sowie im Alfa Romeo 4C verbaut werden. Die Jury bestätigt dem FCA-Werk die „nahezu umfassende Implementierung von TPM“ sowie exzellentes Nachhaltigkeits-Management. Trotz einer 20-prozentigen Volumensteigerung konnte der jährliche Energieverbrauch um vier Prozent gesenkt werden.
  • Bühler: mit „greentech motor“ unterwegs
    Im Bühler-Stammwerk Monheim fertigen rund 800 Mitarbeiter mechatronische Antriebslösungen, wie Gleichstrommotoren, Getriebemotoren und Pumpen. In der Award-Begründung ausdrücklich gelobt wird der „Bühler greentech motor“-Ansatz, eine Drei-Säulen-Strategie, die auch die Herstellprozesse umfasst. Zu den Lean-Stärken zählen die flachen Entscheidungsstrukturen und ein effizientes Produkt-Support-Team am Standort.
  • ASM: Wettbewerbsvorteil erkannt
    Bei ASM, Experten für Bestücklösungen für die Elektronikfertigung, wird umfassende Ressourceneffizienz als künftiger Wettbewerbsvorteil konsequent vorangetrieben. Die Jury würdigte zudem die starke Präsenz des Vor-Ort-Managements am Standort München und die fortgeschrittene Nutzung etablierter IT-Tools, wie digitales „Poka Yoke“ und Virtual Reality-Applikationen.
  • Convotherm: 100 Prozent grün
    Das Werk von Convotherm Elektrogeräte im oberbayerischen Egling gehört zum US-Konzern Welbilt Inc. und fertigt Kombidämpfer für professionelle Großküchen. Die Energieversorgung des Standortes erfolgt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien – dank Biomasseheizkraftwerk und Strom aus Wasserkraft. Unter Lean-Aspekten sticht das Werk aufgrund seiner transparenten und strategisch klar definierten Vorgehensweise hervor, zum Beispiel Visualisierung der Kennzahlen auf Gerätebene.
  • MAN München: bis 2030 klimaneutral
    „Mustergültig“ nennt die Jury die „Klimastrategie 2 Grad“ von MAN und vergab den Sonderpreis für die „ideale Verknüpfung von Werksausrichtung und Klimastrategie“. Das erklärte Ziel von MAN ist es, „Worldleader Nachhaltigkeit Automotiv“ zu werden. Dazu soll die Fertigung in München bis 2030 klimaneutral arbeiten. Den Produktionsverantwortlichen wurde ein Effizienzziel von drei Prozent jährlich vorgegeben. Zudem würdigte die Jury das „transparente und gut verständliche“ Produktionssystem und die „strukturierte und einfach nachvollziehbare Zielentfaltung.“

„Lean & Green Summit“ im November

Die Preisverleihung und Übergabe der Green & Lean-Awards findet am 28./29. November 2017 beim letztjährigen Preisträger Rohde & Schwarz in München/Memmingen statt. Im Rahmen des „Smart Factory Days“ und des „Lean & Green Summits“ können die Teilnehmer dort Erfahrungen zum Thema Ressourceneffizienz austauschen. Bei einer Werksbesichtigung zeigen die Experten, wie sich Lean-Managementansätze mit Green-Aspekten und Industrie-4.0- Anwendungen intelligent verknüpfen lassen.

Mehr zum „Lean & Green Management Award“ unter: www.lean-and-green.de/award

Award-Vergabe seit dem Jahr 2012

Seit dem Jahr 2012 führen die Beratungsunternehmen Growtth Consulting Europe und Quadriga Consult den „Lean & Green Management Award“ durch. „Ein Schwerpunkt war in diesem Jahr die enge strategische und methodische Verknüpfung von Lean & Green und welche Rolle das Thema Green bei der Gestaltung von neuen, künftigen Geschäftsmodellen spielt“, fasst Reichert die inhaltlichen Schwerpunkte zusammen, die die aktuellen Veränderungen in der Industrie aufgreifen.

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