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Laser-Scheinwerfer geht in Serie
Doch 2015 ist das Jahr, in dem der Laser-Scheinwerfer in Serie geht. BMW wird ihn in der neuen 7er-Baureihe auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) präsentieren. Ebenso folgt Audi mit der vierten Generation des A8 Ende 2016. Dagegen sollen die überarbeitete Mercedes S-Klasse und die neue E-Klasse 2016 Multibeam-LED-Scheinwerfer erhalten. „Wir teilen nicht den Laserhype anderer Hersteller“, wird Mercedes-Designchef Gorden Wagener im Magazin „Auto, Motor und Sport“ zitiert. Mercedes will für das blendfreie Fernlicht bei den Scheinwerfern jeweils eine sehr schnell reagierende Raster-Lichtquelle mit 84 LED-Chips als Leuchtmodul einsetzen.
Fahrzeuge u-förmig ausblenden
Jeder LED-Chip kann unabhängig von den anderen elektronisch angesteuert werden und u-förmig die vom Fernlichtkegel betroffenen Fahrzeuge „abdunkeln“. Das Kurvenlicht im Abblendlicht verfügt über ein Modul mit vier LEDs, das sich mechanisch bis zwölf Grad nach außen drehen lässt. Eine Kamera hinter der Windschutzscheibe ist der Sensor für den „Adaptiven Fernlicht-Assistenten Plus“, der das Modul schon vor Einschlagen des Lenkrads in die Kurve schwenkt und somit den Straßenverlauf frühzeitig ausleuchtet. Ebenso öffnet es den Lichtkegel situationsgerecht bereits wieder vor Ende der Kurve.
Mechanik kann entfallen
Was den Laser-Scheinwerfer auszeichnet, ist der Verzicht auf jegliche mechanische Einstellung. Fernlicht, Abblendlicht, Kurvenlicht – alles ist elektronisch generiert. Und in jeder Situation lässt sich die ideale Lichtverteilung einstellen. Darin übertreffe der Matrix-Laser-Scheinwerfer sein LED-Pendant, erklärte Stephan Berlitz, Leiter Entwicklung Innovationen Licht und Sicht bei Audi. Als weiteres Plus gilt, dass der Laser-Generator für jeden Scheinwerfer außerhalb des jeweiligen Gehäuses etwa im Motorraum sitzt. „Das bietet hinsichtlich Effizienz, Reichweite und Gestaltung großes Potenzial“, sagt Berlitz. Das Herzstück der Matrix-Laser-Scheinwerfer kommt aus einer neuen Dimension der Mikro-Mechatronik, das sogenannte „Digital Micromirror Device“ (DMD) vom US-Technologie-Konzern Texas Instruments. Der DMD-Chip als mikroelektromechanisches Hardware-Element ist kleiner als die Deckfläche einer üblichen Streichholzschachtel und weniger als zehn Millimeter dick. Auf ihm glänzt eine kleine Spiegelfläche, auf die es ankommt – doch ist fast nicht größer als eine Kaffeebohne.
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