Webasto

Leichtbau-Dachsysteme

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Leichteres Sicherheitsglas

Doch auch Glas hat seine Vorteile, wenn es die hohen Anforderungen nach Gewichtsreduzierung und Sicherheit der Kunden erfüllt. Deshalb hat Webasto für sehr große Dachscheiben eine Leichtbaulösung entwickelt: „Webasto Glas ProTec“.

Bei dieser Sicherheitsverglasung wird eine hochreißfeste PET-Folie auf die Innenseite von gewölbtem Einscheiben-Sicherheitsglas aufgebracht. Im Fall eines Glasbruchs hält die Folie die Bruchstücke zusammen und schützt damit die Insassen vor Verletzungen durch Glassplitter. Die Schutzwirkung der Folie könnte es ermöglichen, Glasscheiben von nur 3,2 Millimetern Stärke einzusetzen. Verglichen mit Verbund-Sicherheitsglas (VSG) ist die Webasto-Glas-ProTec-Sicherheitsverglasung deutlich leichter. Seit 2005 sind Dachsysteme mit dieser Sicherheitsverglasung in der Serienfertigung. Gewicht ist aber nicht alles. Künftig sind zusätzliche Komfort-Features denkbar, zum Beispiel die Tönung der Folien nach Kundenwunsch. Oder die Absorption von Infrarot-Strahlung mittels spezieller Beschichtung. Der Innenraum würde dadurch von der Sonne nicht so stark aufgeheizt, und in der Folge benötigte die Klimaanlage weniger Energie.

Eine andere Komfortlösung könnten „schaltbare“ Verglasungen sein, die auf Knopfdruck die Dachscheibe verdunkeln. Dabei kann der Kunde entscheiden, wie viel Licht er im Innenraum haben möchte. Nachts könnten in die Folie integrierte Lichtdioden für eine Ambiente-Beleuchtung im Fahrzeug sorgen. Designelementen wie Mustern, Strukturen und Farbwechseln sind dabei keine Grenzen gesetzt.

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Dachsystem aus Papierwaben

Ein weiteres spannendes Entwicklungsthema sind PU-Composite-Werkstoffe, wie sie Webasto bereits in Schiebehimmeln einsetzt. Sie sind aber auch wichtige Zutaten für künftige Leichtbau-„Rezepte“, etwa für zu öffnende Dachelemente in Dachsystemen. Die Werkstoffe zeichnen sich durch sehr gute Steifigkeit, 3D-Formbarkeit sowie akustische und wärmedämmende Eigenschaften aus. Noch in diesem Jahr wird Webasto erstmals ein zweiteiliges, zu öffnendes Dachsystem auf den Markt bringen, dessen Deckel aus Papierwaben besteht, die mit einem Gemisch aus Polyurethan und verstärkenden Glasfasern ummantelt sind. Die Gewichtseinsparung gegenüber Stahl beträgt rund 50 Prozent. Damit kann Webasto Festdachelemente für Fahrzeuge fertigen – ein wichtiger Evolutionsschritt im Konzept des Multi Optional Roof.

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Hochvoltheizer für Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge

Gerade mal rund zwei Kilogramm wiegt der elektrische Hochvoltheizer von Webasto. Die eingesetzte Schichttechnologie erzielt einen Wirkungsgrad von rund 95 Prozent. Maximale Heizleistung: fünf Kilowatt. Das ist die Größenordnung eines ausgewachsenen Schwedenofens. Und ein solcher wiegt leicht 70 Kilogramm und mehr.

Ein Leichtbau-Meilenstein ist auch der Prototyp eines Solardaches von Webasto, das gerade einmal sieben Kilogramm pro Quadratmeter wiegt. In das chemisch gehärtete, extrem belastbare Dünnglas sind monokristalline Hochleistungssolarzellen mit einem Wirkungsgrad von fast 20 Prozent integriert. Der Kern des Bauteils besteht aus dem oben beschriebenen PU-Composite. Eng eingebunden in alle Leichtbauprojekte ist das Kunststoff-Kompetenzzentrum in Schierling. Hier konzentriert Webasto die Produktion aller Kunststofftechnologien. 85 Millionen Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren allein in die Polycarbonatproduktion investiert.

Matthias Arleth ist Vorstand der Webasto Roof & Components SE.

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