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Webasto

Leichtbau-Dachsysteme

| Autor/ Redakteur: Matthias Arleth / Claus-Peter Köth

Webasto ist Spezialist und Weltmarktführer für Dachsysteme. Außerdem ist das Unternehmen ein gefragter Partner beim Leichtbau. Moderne Materialien und Konzepte ermöglichen neue, intelligente Funktionen: für mehr Sicherheit und Komfort unterwegs.

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Die leichte Sicherheitsverglasung Webasto Glas ProTec lässt sich mit Komfort-Features wie Ambiente-Beleuchtung, schaltbarer Verglasung und IR-Absorption ausstatten.
Die leichte Sicherheitsverglasung Webasto Glas ProTec lässt sich mit Komfort-Features wie Ambiente-Beleuchtung, schaltbarer Verglasung und IR-Absorption ausstatten.
(Foto: Webasto)

Die Formel des Erfolgs im Automobilbau lautet „Je leichter, desto besser“. Jedes Gramm zählt im Ringen um geringeren Kraftstoffverbrauch und die Forderung nach Emissionsreduzierung. Ja, es gibt sie, die superleichten Werkstoffe, von denen Leichtbauexperten träumen: Titan oder Magnesium zum Beispiel. Oder Kohlefaserverbundwerkstoffe. Sie alle zeichnen sich durch extrem geringes Gewicht bei hoher Steifigkeit aus. Aber eben auch durch einen hohen Preis. Oft zu teuer für die automobile Serienfertigung. Rückt damit der Traum vom automobilen Superleichtgewicht in die ferne Zukunft? Im Gegenteil. Wir kommen ihm jeden Tag ein Stückchen näher. Anhand einer Leichtbau-Studie eines Panoramadachs lotete jüngst ein Entwicklerteam aus, was technisch machbar ist – ohne Rücksicht auf Kosten und Serientauglichkeit. Das Ergebnis: die Halbierung des heutigen Gewichts. Allerdings nur mit zum Teil sehr teuren und nicht serienfähigen Einzelkomponenten.

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Nützliche Prototypen

Dennoch, die eine oder andere Innovation aus dieser Studie wird ihren Weg in die Serie finden. Der Nutzen solcher Prototypen liegt im Know-how-Gewinn und in den Erfahrungen, die bei der praktischen Umsetzung visionärer Konzepte gesammelt werden können. Es geht um die Abgrenzung zwischen dem technisch Machbaren und dem wirtschaftlich Sinnvollen. Bei Webasto zählen zu den wegweisenden Entwicklungen im Leichtbau der Einsatz von Polycarbonat sowie ein superleichtes Papierwaben-Material – abgeschaut bei den Bienen. Aber oft sind es auch kleine Schritte, die zum Erfolg beitragen. Beispiele dafür sind Kunststoff-Leichtbaurahmen für Dachsysteme, die nur punktuell mit Stahlelementen verstärkt werden. Oder innovative Verbindungs- und Verdrahtungssysteme, die kompakter und leichter sind als bisherige Lösungen.

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Hochvoltheizer für Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge

Gerade mal rund zwei Kilogramm wiegt der elektrische Hochvoltheizer von Webasto. Die eingesetzte Schichttechnologie erzielt einen Wirkungsgrad von rund 95 Prozent. Maximale Heizleistung: fünf Kilowatt. Das ist die Größenordnung eines ausgewachsenen Schwedenofens. Und ein solcher wiegt leicht 70 Kilogramm und mehr.

Polycarbonat mit großem Potenzial

Webasto ist Technologieführer für Glazing-Bauteile aus Polycarbonat für Dachsysteme. Der Leichtbaueffekt: Polycarbonat wiegt rund 50 Prozent weniger als Glas. Im Jahr 2007 fiel der Startschuss für die Serienfertigung des feststehenden Panoramadachs für den Smart fortwo. Dieses Dachsystem wiegt gerade 7,6 Kilogramm. Heute fertigt Webasto neben feststehenden Dachscheiben Blenden in 3D-Formen, die aus Glas nicht darstellbar wären. Sie umschließen das Dachsystem teilweise oder vollständig und sorgen so für Vollglas-Optik von der Front- bis zur Heckscheibe. Außerdem ist der Werkstoff äußerst schlagzäh und dank einer speziellen Beschichtung UV- und witterungsbeständig. Das Potenzial von Polycarbonat ist aber noch lange nicht ausgeschöpft: Denkbar sind beispielsweise feststehende hintere Seiten- und Heckscheiben sowie Spoiler mit integrierten Rückleuchten. Auch lassen sich zusätzliche Funktionen integrieren, wie Heizdrähte und Infrarot-Absorber. An Entwicklungen zu diesen Themen arbeitet der Zulieferer bereits.

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