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PA Consulting Group Leichtbau: Hebel zur CO2-Reduktion

| Redakteur: Christian Otto

Thomas Göttle, Mitglied der Geschäftsleitung des Beratungsunternehmens PA Consulting, prognostiziert weiterhin ein Wachstum bei den Zulassungszahlen. Insbesondere die Schwellenländer sind betroffen. Doch wie sollen gleichzeitig die hohen Ziele zur CO2-Reduktion erreicht werden? Leichtbau ist für ihn dabei ein unumgänglicher Hebel.

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Die PA Consulting macht als wesentliche Entwicklung in der Automobilindustrie vor allem ein rasantes Wachstum der Autobesitzer in den Schwellenländern aus. Gerade in den Mega Cities in China und Indien wird deren Zahl um etwa 200 Prozent steigen. In den Industrieländern wiederum ist sie rückläufig. Die größten Potenziale um die CO2-Emissionen zu senken, bietet laut PA Consulting der Transportsektor.

Unrealistische Ziele

Der CO2-Ausstoß soll deshalb in der EU bis 2020 durchschnittlich 95g/km pro Fahrzeug betragen. Zurzeit liegt der Grenzwert noch bei 130 g/km. „Das ist natürlich eine signifikante Reduktion, die in wenigen Jahren zu stemmen ist.“, sagt Göttle. Die Abgaben die die Automobilhersteller aufgrund der CO2-Überschreitungen zahlen müssen, sind das entscheidende Druckmittel der EU: „Das kann schnell mal ein Milliardengrab verursachen.“ Göttle sieht aber gerade im Leichtbau eine wesentliche Möglichkeit, den Zielvorgaben näher zu kommen. Doch mit Blick auf den Flottenausstoß im Jahr 2020 bleibt er skeptisch: „Zur Zeit sehen wir niemanden, der die 95g/km 2020 schafft.“ Für ihn und sein Unternehmen stellt sich deshalb die wesentliche Frage: „Reicht zur Zeit die Anstrengung aus, um die Ziele zu schaffen?“

Fokus auf Gewichtseinsparungen

Die Entwicklungen der letzten Jahre geben wieder, dass sich die Motorleistung bei den Neuzulassungen verdoppelt hat. Gleichzeitig ist das Gewicht nur um 30 Prozent gestiegen. „Ziel muss es sein das Gewicht noch weiter zu senken.“, betont Göttle. Ein Mittel ist die Materialwahl. Wurde im Jahr 1975 Aluminium nur zu drei Prozent genutzt, erwartet PA Consulting einen Anstieg des Werkstoffs in der Fertigung bis 2025: „Wir gehen davon aus, dass der Anteil von Aluminium auf 20 Prozent signifikant wächst.“ Gleichzeitig sollen Stahl und Eisen künftig weniger stark verarbeitet werden.

Kosten und Potenziale

Natürlich kostet die Gewichtreduzierung die Hersteller mehr Geld. Doch Göttle betont, dass viele Hersteller bereit sind, dafür zu bezahlen. Die CO2-Belastung wird insbesondere in den Mega Cities ansteigen. Dort sieht PA Consulting wiederum große Potenziale für E-Fahrzeuge. Noch sind diese aber zu teuer und für den Kunden zu unattraktiv. Entscheidend werde auch hier sein, wie es gelingt das Gewicht der E-Fahrzeuge zu senken. Eine intensivere Verwendung von Materialien wie CFK ist für Göttle in diesem Zusammenhang unumgänglich: „Obwohl noch nicht in Großserien damit produziert wird, sind die Materialien zu beachten. Wenn man in Zukunft darauf setzt, ist auch diese Herausforderung zu meistern.“ Anreiz soll der Markt für Leichtbaumaterialien bieten: „Das ist ein Wachstumsmarkt, in dem sich jeder tummeln kann.“

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